Website bei Strato selbst erstellen

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Strato bewirbt an vielen Stellen den eigenen Homepage-Baukasten. Wer aber volle Kontrolle über Code, Datenbank und späteren Umzug behalten will, braucht ihn nicht: Jedes klassische Webhosting-Paket von Strato liefert Webspace, FTP-Zugang, MySQL-Datenbanken und PHP. Damit installieren Sie WordPress oder laden eine handgeschriebene HTML-Seite hoch – ganz ohne den gebundenen Baukasten. Diese Anleitung führt Sie durch Tarifwahl, Domain, FTP, Datenbank, CMS-Installation und SSL, inklusive der Stolperfallen, an denen die meisten hängen bleiben.

Baukasten oder Webhosting? Der Unterschied entscheidet alles

Strato verkauft zwei grundverschiedene Produkte, die leicht verwechselt werden:

  • Homepage-Baukasten (auch „Website-Baukasten“): ein Drag-and-drop-Editor. Bequem, aber die Inhalte liegen in einem proprietären System. Ein Export als WordPress-Seite oder ein Umzug zu einem anderen Hoster ist praktisch nicht möglich.
  • Webhosting (Tarife historisch etwa „Hosting Basic/Plus/Pro/Ultimate“,): reiner Speicherplatz mit FTP, Datenbanken, PHP und E-Mail. Hier bestimmen Sie selbst, welche Software läuft.

Für eine selbst erstellte Website brauchen Sie ein Webhosting-Paket, nicht den Baukasten. Achten Sie beim Bestellen darauf, dass MySQL-Datenbanken (mindestens eine), PHP und ausreichend Webspace enthalten sind. Wollen Sie WordPress betreiben, sind mindestens ein bis zwei Datenbanken und PHP 8.x sinnvoll. Wenn Sie parallel zum Baukasten eine zweite, freie Seite betreiben möchten, hilft der Beitrag Strato-Baukasten und eine zweite Website erstellen.

Schritt 1: Webhosting-Paket buchen und Domain verbinden

Bestellen Sie im Strato-Shop ein Webhosting-Paket. Eine Domain (z. B. .de, .com) ist bei den meisten Tarifen inklusive. Haben Sie bereits eine Domain bei einem anderen Anbieter, können Sie sie umziehen – wie das geht, steht in Domain von einem anderen Anbieter zu Strato umziehen.

Nach der Bestellung dauert die Freischaltung meist wenige Stunden. Danach melden Sie sich unter strato.de im Kunden-Login an und wählen Ihr Paket aus. Die Verwaltung öffnet sich in einem eigenen Control Panel.

Schritt 2: FTP-Zugang einrichten

Ihre Dateien laden Sie per FTP hoch. Im Control Panel finden Sie den Bereich unter „Sicherheit“ → „FTP“. Dort ist ein Haupt-FTP-Zugang bereits angelegt; Sie können das Passwort setzen oder weitere Zugänge erstellen.

Notieren Sie sich drei Werte:

  • Server/Host: in der Regel ftp.ihre-domain.de oder ein von Strato genannter Servername
  • Benutzername und Passwort
  • Port: 21 für FTP mit expliziter TLS-Verschlüsselung (FTPS). Auf klassischem Shared-Hosting ist das der verschlüsselte Weg; echtes SFTP über Port 22 gibt es meist nur bei V-Servern

Als kostenloses FTP-Programm eignet sich FileZilla. Tragen Sie Server, Benutzer und Passwort ein, wählen Sie unter „Verschlüsselung“ die Option „Erfordert explizites FTP über TLS“ und verbinden Sie sich. Verwenden Sie nie eine unverschlüsselte Verbindung – sonst wandert Ihr Passwort im Klartext durchs Netz. Ihre Website-Dateien gehören in das Wurzelverzeichnis des Webspace. Die Startseite muss index.html oder index.php heißen, sonst zeigt der Browser nur eine Verzeichnisliste oder eine Strato-Platzhalterseite.

Schritt 3: MySQL-Datenbank anlegen

Für WordPress und andere CMS brauchen Sie eine Datenbank. Öffnen Sie im Panel „Datenbanken und Webspace“ → „Datenbankverwaltung“ und legen Sie eine neue MySQL-Datenbank an. Strato zeigt Ihnen danach vier Angaben, die Sie unbedingt sichern:

  • Datenbank-Host (nicht localhost, sondern ein Strato-Servername wie rdbms.strato.de)
  • Datenbankname
  • Benutzername
  • Passwort

Genau der Host-Punkt ist die häufigste Fehlerquelle: Wer bei der WordPress-Installation localhost einträgt, bekommt eine „Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung“. Nehmen Sie immer den von Strato angezeigten Hostnamen.

Schritt 4a: WordPress installieren (empfohlener Weg)

Sie haben zwei Möglichkeiten – beide sind „ohne Baukasten“:

Automatisch: Strato bietet einen App-Installer (oft „AppWizard“ oder „1-Klick-Installation“ genannt). Damit installieren Sie WordPress in wenigen Minuten; die Datenbank wird automatisch verknüpft. Das ist der bequemste Start.

Manuell (mehr Kontrolle):

  1. Laden Sie WordPress von de.wordpress.org herunter und entpacken Sie das ZIP.
  2. Laden Sie den Inhalt des Ordners wordpress per FTP ins Wurzelverzeichnis hoch (nicht den Ordner selbst, nur seinen Inhalt).
  3. Rufen Sie Ihre Domain im Browser auf – der WordPress-Installer startet.
  4. Tragen Sie die vier Datenbankwerte aus Schritt 3 ein. WordPress legt daraus wp-config.php an. Kann der Installer die Datei nicht schreiben, zeigt er den Inhalt an – kopieren Sie ihn in eine lokale wp-config.php und laden Sie sie per FTP ins Wurzelverzeichnis hoch.
  5. Vergeben Sie Titel, Admin-Benutzer und ein starkes Passwort. Setzen Sie den Benutzernamen nicht auf admin – das ist das erste Ziel automatischer Angriffe.

Stellen Sie im Panel die PHP-Version auf eine aktuelle 8er-Version (). Zu alte PHP-Versionen führen zu weißen Seiten oder Plugin-Fehlern. Danach beginnt die eigentliche Gestaltung über Themes und Plugins – ein passender Einstieg dazu ist die Frage, wie lange man braucht, um WordPress zu lernen.

Schritt 4b: Statische HTML-Seite hochladen

Wenn Sie kein CMS möchten, reicht reines HTML/CSS. Erstellen Sie lokal eine index.html, laden Sie sie samt Bildern und Stylesheets per FTP hoch – fertig, keine Datenbank nötig. Wie Sie eine solche Seite von Grund auf schreiben, zeigt der Beitrag HTML-Website mit Notepad erstellen. Für ein sauberes Ergebnis empfiehlt sich statt Notepad aber ein Editor mit Syntax-Hervorhebung wie VS Code.

Schritt 5: SSL aktivieren (Pflicht)

Ohne HTTPS zeigen Browser eine Warnung, und Google stuft die Seite ab. Strato liefert bei Webhosting-Paketen ein kostenloses SSL-Zertifikat mit. Aktivieren Sie es im Panel unter „SSL-Verwaltung“ und stellen Sie sicher, dass die Domain zugewiesen ist. Die Aktivierung kann einige Minuten bis Stunden dauern.

Bei WordPress setzen Sie danach die Adresse unter „Einstellungen → Allgemein“ von http:// auf https:// und ergänzen bei Bedarf eine Weiterleitung in der .htaccess. Bei statischen Seiten genügt es meist, interne Links auf https:// umzustellen.

Typische Fehler und schnelle Lösungen

  • „Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung“: falscher Datenbank-Host. Nicht localhost, sondern den Strato-Hostnamen verwenden.
  • Browser zeigt Dateiliste statt Seite: Startdatei falsch benannt. Sie muss index.html oder index.php heißen und im Wurzelverzeichnis liegen.
  • Weiße Seite nach WordPress-Login: meist zu alte PHP-Version oder ein fehlerhaftes Plugin. PHP auf 8.x stellen, Plugins per FTP im Ordner wp-content/plugins umbenennen zum Deaktivieren.
  • Änderungen nicht sichtbar: Browser- oder Server-Cache. Hart neu laden (Strg+F5); bei WordPress Caching-Plugin leeren.
  • HTTPS „nicht sicher“: Zertifikat noch nicht aktiv oder gemischte Inhalte (Bilder über http:// eingebunden). URLs konsequent auf https:// umstellen.

FAQ

Brauche ich zwingend WordPress? Nein. Für einfache Seiten reicht statisches HTML ohne Datenbank. WordPress lohnt sich, sobald Sie regelmäßig Inhalte pflegen, einen Blog oder mehrere Redakteure haben.

Kann ich vom Baukasten auf ein Webhosting-Paket wechseln? Ja, aber die Baukasten-Inhalte lassen sich nicht automatisch übernehmen – Sie bauen die Seite neu auf. Deshalb ist der Start direkt mit Webhosting sinnvoll, wenn Sie langfristig flexibel bleiben wollen.

Ist ein Plesk-Panel dabei? Bei den klassischen Webhosting-Tarifen nutzt Strato ein eigenes Control Panel, nicht Plesk. Plesk kommt eher bei V-Servern zum Einsatz – was das ist, erklärt Was ist der Plesk-Administrator?.

Brauchen Sie Hilfe dabei? Ypsilon.dev — Webagentur aus Regensburg, kostenlose Erstberatung.