Wo speichert Plesk die Backups? Pfade, Struktur & Remote-Storage

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Wenn die Festplatte volläuft oder Sie ein Backup manuell auf einen anderen Server ziehen wollen, ist die erste Frage: Wo liegen die Plesk-Backups überhaupt? Unter Linux ist das der Ordner /var/lib/psa/dumps, unter Windows der Plesk-Backup-Ordner im Installationsverzeichnis. Nach diesem Text kennen Sie den exakten Pfad, verstehen den Aufbau des Backup-Ordners, verschieben den Speicherort ohne den Backup-Katalog zu zerstören und lagern Sicherungen zusätzlich auf FTP, S3 oder Google Drive aus.

Der Standard-Speicherort unter Linux: /var/lib/psa/dumps

Auf einem Linux-Server (CentOS, AlmaLinux, Ubuntu, Debian) legt Plesk lokale Backups per Voreinstellung im Verzeichnis /var/lib/psa/dumps ab. Dieser Pfad ist nicht fest verdrahtet, sondern wird über die Variable DUMP_D in der zentralen Konfigurationsdatei /etc/psa/psa.conf festgelegt:

grep DUMP /etc/psa/psa.conf
# DUMP_D        /var/lib/psa/dumps
# DUMP_TMP_D    /tmp

DUMP_D ist das Ziel-Repository für fertige Backups. DUMP_TMP_D ist der Arbeitsordner, in dem Plesk das Backup während der Erstellung temporär zusammenbaut — dazu weiter unten mehr, weil er die häufigste Ursache für “kein Speicherplatz mehr”-Fehler ist.

So ist der Backup-Ordner aufgebaut

Innerhalb von /var/lib/psa/dumps sortiert Plesk die Backups nach der Hierarchie Ihres Panels:

  • Kunden (Customers): /var/lib/psa/dumps/clients/<kunden-login>/
  • Domains eines Kunden: /var/lib/psa/dumps/clients/<kunden-login>/domains/<domain.tld>/
  • Reseller: /var/lib/psa/dumps/resellers/<reseller-login>/ mit gleicher Unterstruktur
  • Server-weite Backups liegen direkt in /var/lib/psa/dumps/

Zusätzlich finden Sie auf jeder Ebene einen versteckten Ordner .discovered. Das ist kein Datenmüll, sondern der Backup-Katalog: Er enthält Indexdateien wie object_index (welche Reseller, Kunden, Abos, Domains und Postfächer im Backup stecken), cid_apache-files (Index der Webspace-Dateien) und cid_domainmail_* (Index der Mail-Nachrichten). Ohne diesen Katalog zeigt der Backup-Manager im Panel Ihre vorhandenen Backups nicht mehr an — auch wenn die eigentlichen Archivdateien noch da sind.

Deshalb die wichtigste Regel vorab: Verschieben oder löschen Sie einzelne Dateien in diesem Verzeichnis nicht von Hand. Nutzen Sie zum Aufräumen den Backup-Manager oder verschieben Sie immer den kompletten Ordner inklusive .discovered.

Backups im Plesk-Panel finden

Meistens brauchen Sie gar nicht in die Konsole. Im grafischen Panel liegen die Backups an zwei Stellen:

  • Serverweit (Admin): Tools & Einstellungen (Tools & Settings) → Backup Manager. Hier sehen Sie alle serverweiten Sicherungen und können Remote-Speicher konfigurieren.
  • Pro Abo/Website: Websites & Domains → die betreffende Domain → Backup & Restore bzw. die Kachel „Backup Manager”.

Von dort können Sie ein Backup herunterladen, wiederherstellen oder als Datei exportieren, ohne den Serverpfad zu kennen.

Den Speicherort ändern: DUMP_D verschieben

Der häufigste Grund, den Standardpfad zu verlassen: Die Systempartition ist zu klein, und die Backups sollen auf eine größere Daten- oder Zweitplatte (z. B. /backup). So gehen Sie sauber vor:

  1. Per SSH als root anmelden und ein Zielverzeichnis anlegen, etwa /backup/plesk-dumps.
  2. Den Backup-Manager kurz nicht nutzen (keine laufende Sicherung).
  3. Die vorhandenen Backups inklusive des versteckten .discovered-Ordners verschieben:
mv /var/lib/psa/dumps/* /backup/plesk-dumps/
mv /var/lib/psa/dumps/.discovered /backup/plesk-dumps/
  1. In /etc/psa/psa.conf den Wert von DUMP_D auf den neuen Pfad setzen:
DUMP_D    /backup/plesk-dumps
  1. Eigentümer und Rechte des neuen Verzeichnisses an die des ursprünglichen dumps-Ordners angleichen. Der dumps-Ordner gehört dem Benutzer und der Gruppe psaadm:psaadm; der Modus liegt in der Standardinstallation bei 0750, während Plesks offizielle Anleitung zum Verschieben des Backup-Verzeichnisses für das neue Verzeichnis 755 vergibt (Stand: Juli 2026). Am sichersten lesen Sie die tatsächlichen Werte des Originals aus und übernehmen genau diese:
ls -ld /var/lib/psa/dumps
# Eigentümer/Modus des Originals übernehmen:
chown psaadm:psaadm /backup/plesk-dumps
chmod 755 /backup/plesk-dumps
  1. Damit Plesk den geänderten Pfad übernimmt, starten Sie anschließend den Panel-Dienst sw-cp-server neu — das sieht die offizielle Plesk-Anleitung so vor. Der Neustart dauert nur einen Moment; die Kundenseiten laufen dabei ungestört weiter:
service sw-cp-server restart

Neue Backups landen danach am neuen Ort.

Danach zeigt der Backup-Manager Ihre bisherigen Sicherungen weiterhin an und legt neue Backups am neuen Ort ab.

Der Temp-Ordner (DUMP_TMP_D) — die häufigste Stolperfalle

Plesk baut jedes Backup zuerst im temporären Verzeichnis DUMP_TMP_D zusammen und verschiebt es erst danach nach DUMP_D. Steht dieser Temp-Ordner auf /tmp und ist /tmp klein oder eine eigene, knapp bemessene Partition, brechen große Backups mit „No space left on device” ab — obwohl im eigentlichen Backup-Ordner noch Platz wäre. Setzen Sie DUMP_TMP_D dann auf ein Verzeichnis mit genügend Platz. Zwei Regeln dabei:

  • Der Temp-Ordner braucht die Rechte 1777 (Sticky-Bit, wie /tmp).
  • DUMP_TMP_D darf nicht innerhalb von DUMP_D liegen oder mit ihm identisch sein.

Windows-Server: abweichender Pfad

Läuft Plesk unter Windows Server, gilt ein anderer Standard. Backups landen im Ordner %plesk_dir%\Backup\, wobei %plesk_dir% das Plesk-Installationsverzeichnis ist — bei einer 64-Bit-Standardinstallation also C:\Program Files (x86)\Plesk\Backup\. Ein Detail am Rande: Das Backup-Verzeichnis darf unter Windows nicht innerhalb von C:\Users liegen.

Den Speicherort ändern Sie hier nicht in einer Textdatei und auch nicht im Backup Manager, sondern mit dem Werkzeug Plesk Reconfigurator: Start → Alle Programme → Plesk → Plesk Reconfigurator → „Change Plesk Backup Data location”, dort den neuen Pfad angeben. Plesk verschiebt die vorhandenen Backups dabei automatisch mit und hält das Panel für die Dauer des Vorgangs kurz an. Das temporäre Backup-Verzeichnis lässt sich unter Windows separat und nur über die Registry umstellen: Der Wert DumpTempDir (Standard: %plesk_dir%\PrivateTemp\) liegt im Zweig HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\PLESK\PSA Config\Config (Stand: Juli 2026). Wenn Sie unsicher sind, welches Betriebssystem für Ihren Server sinnvoll ist, hilft der Überblick unter /welches-betriebssystem-fuer-plesk/.

Remote-Speicher: FTP, S3, Google Drive & Co.

Ein lokales Backup auf demselben Server ist nur ein halbes Backup: Fällt die Platte oder der ganze Server aus, ist die Sicherung mit weg. Deshalb sollten Sie Backups zusätzlich an einen zweiten Ort auslagern. Halten Sie sich grob an die 3-2-1-Regel: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus.

Plesk unterstützt das direkt im Backup Manager unter „Remote Storage Settings” bzw. „Personal FTP Repository”:

  • FTP/FTPS — ohne Zusatzsoftware direkt eingebaut.
  • Amazon S3, Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox, DigitalOcean Spaces, SFTP — jeweils als kostenlose Erweiterung aus dem Plesk-Extension-Katalog. Nach der Installation erscheint der jeweilige Anbieter als zusätzliches Ziel bei „Remote Storage Settings”.

So verbleibt auf dem Server nur der aktuelle Stand, ältere Sicherungen wandern automatisch in die Cloud. Wie ein durchdachtes, betreutes Setup aussieht, lesen Sie unter /was-heisst-intelligentes-hosting/.

Backups per Kommandozeile erstellen und finden

Wer Backups skripten oder außerhalb des Panels auslösen will, nutzt die eingebauten Tools. Das serverweite Backup erstellen Sie mit:

plesk bin pleskbackup --server -v

Nur eine einzelne Domain sichern Sie so:

plesk bin pleskbackup domains-name example.com

Die fertigen Dateien liegen anschließend im oben beschriebenen DUMP_D-Verzeichnis. Für die Wiederherstellung gibt es das Gegenstück plesk bin pleskrestore. Beides muss als root bzw. mit den Rechten des Plesk-Administrators laufen — mehr zu dieser Rolle unter /was-ist-der-plesk-administrator/.

Häufige Probleme und Lösungen

„No space left on device” beim Backup. Fast immer läuft der Temp-Ordner (DUMP_TMP_D) voll, nicht das eigentliche Ziel. Prüfen Sie mit df -h, welche Partition volläuft, und legen Sie DUMP_TMP_D auf ein Volume mit mehr Platz.

Backups sind im Panel nicht mehr sichtbar. Meist fehlt oder ist der .discovered-Katalog beschädigt — typisch nach manuellem Verschieben ohne den versteckten Ordner. Verschieben Sie die Daten komplett zurück inklusive .discovered oder lassen Sie den Backup-Manager den Speicher neu einlesen.

Alte Backups häufen sich an. Definieren Sie im Backup-Manager unter den geplanten Backups eine Rotation (z. B. maximal 5 Sicherungen behalten), statt Dateien von Hand zu löschen — so bleibt der Katalog konsistent.

FAQ

Wo genau liegen automatische (geplante) Plesk-Backups? An genau demselben Ort wie manuelle: im lokalen Repository DUMP_D (/var/lib/psa/dumps unter Linux) bzw. am eingestellten Remote-Ziel. Geplante Backups landen nicht in einem separaten Verzeichnis.

Kann ich den Backup-Ordner einfach per Symlink umbiegen? Möglich, aber der sauberere und von Plesk vorgesehene Weg ist, DUMP_D in /etc/psa/psa.conf direkt auf den neuen Pfad zu setzen und den Dienst sw-cp-server neu zu starten. Achten Sie in beiden Fällen auf Eigentümer psaadm:psaadm und Rechte 755.

Wie komme ich an ein Backup, wenn das Panel nicht mehr startet? Die Archivdateien liegen als normale Dateien in DUMP_D und lassen sich per SSH/SFTP herunterladen. Für die Wiederherstellung brauchen Sie allerdings ein laufendes Plesk und plesk bin pleskrestore bzw. die Migrations-Werkzeuge.

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