Wo speichert Plesk die Backups?

Hosting

Plesk legt lokale Backups unter Linux im Verzeichnis /var/lib/psa/dumps ab, unter Windows Server standardmäßig in C:\Program Files (x86)\Plesk\Backup\. Beide Pfade sind konfigurierbar – unter Linux über eine einzige Zeile in der Datei /etc/psa/psa.conf, unter Windows über das Werkzeug Plesk Reconfigurator. Danach kennen Sie den exakten Pfad für Ihr System, verstehen den Aufbau des Backup-Ordners samt Katalog, verschieben den Speicherort auf eine größere Platte, ohne den Backup-Manager zu zerstören, und lagern Sicherungen zusätzlich auf FTP, Amazon S3 oder Google Drive aus. Die folgenden Angaben beziehen sich auf Plesk Obsidian 18.0.79 – die aktuelle stabile Ausgabe, im Juni 2026 erschienen und über den Juli 2026 mit Wartungs-Updates (zuletzt Update 2 vom 9. Juli 2026) versorgt. Die Pfade und Kommandozeilen-Werkzeuge sind seit vielen Obsidian-Versionen stabil, gelten also auch für ältere 18.0.x-Stände.

Der Standard-Speicherort unter Linux: /var/lib/psa/dumps

Auf einem Linux-Server (AlmaLinux, Rocky Linux, CentOS, Ubuntu, Debian) legt Plesk lokale Backups per Voreinstellung im Verzeichnis /var/lib/psa/dumps ab. Dieser Pfad ist nicht fest verdrahtet, sondern wird über die Variable DUMP_D in der zentralen Konfigurationsdatei /etc/psa/psa.conf bestimmt:

grep DUMP /etc/psa/psa.conf
# DUMP_D        /var/lib/psa/dumps
# DUMP_TMP_D    /tmp

DUMP_D ist das Ziel-Repository für fertige Backups. DUMP_TMP_D ist der Arbeitsordner, in dem Plesk das Backup während der Erstellung temporär zusammenbaut – dazu weiter unten mehr, denn er ist die häufigste Ursache für „Kein Speicherplatz mehr”-Fehler. Welche Distribution unter Plesk am wenigsten Ärger macht, lesen Sie unter /welches-linux-fuer-plesk/.

So ist der Backup-Ordner aufgebaut

Innerhalb von /var/lib/psa/dumps sortiert Plesk die Backups nach der Hierarchie Ihres Panels:

  • Kunden (Customers): /var/lib/psa/dumps/clients/<kunden-login>/
  • Domains eines Kunden: /var/lib/psa/dumps/clients/<kunden-login>/domains/<domain.tld>/
  • Reseller: /var/lib/psa/dumps/resellers/<reseller-login>/ mit gleicher Unterstruktur
  • Server-weite Backups liegen direkt in /var/lib/psa/dumps/

Zusätzlich finden Sie auf jeder Ebene einen versteckten Ordner .discovered. Das ist kein Datenmüll, sondern der Backup-Katalog: Er enthält Indexdateien wie object_index (welche Reseller, Kunden, Abos, Domains und Postfächer im Backup stecken), cid_apache-files (Index der Webspace-Dateien) und cid_domainmail_* (Index der Mail-Nachrichten). Ohne diesen Katalog zeigt der Backup-Manager im Panel Ihre vorhandenen Backups nicht mehr an – auch wenn die eigentlichen Archivdateien noch da sind.

Daraus folgt die wichtigste Regel vorab: Verschieben oder löschen Sie einzelne Dateien in diesem Verzeichnis nicht von Hand. Nutzen Sie zum Aufräumen den Backup-Manager oder verschieben Sie immer den kompletten Ordner inklusive .discovered.

Backups im Plesk-Panel finden

Meistens brauchen Sie gar nicht in die Konsole. Im grafischen Panel liegen die Backups an zwei Stellen:

  • Serverweit (Admin): Tools & Einstellungen (Tools & Settings) → Backup Manager. Hier sehen Sie alle serverweiten Sicherungen und konfigurieren Remote-Speicher.
  • Pro Abo/Website: Websites & Domains → die betreffende Domain → Backup & Restore bzw. die Kachel „Backup Manager”.

Von dort laden Sie ein Backup herunter, stellen es wieder her oder exportieren es als Datei, ohne den Serverpfad zu kennen.

Speicherort je Betriebssystem im Überblick

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Linux und Windows auf einen Blick:

KriteriumLinuxWindows Server
Standard-Backup-Ordner/var/lib/psa/dumpsC:\Program Files (x86)\Plesk\Backup\
Konfiguriert überDUMP_D in /etc/psa/psa.confRegistry / Plesk Reconfigurator
Temp-Ordner (Standard)DUMP_TMP_D (/tmp)DumpTempDir (%plesk_dir%\PrivateTemp\)
Speicherort ändernConfig bearbeiten + Dienst neu startenPlesk Reconfigurator
Katalog-Ordnerversteckter .discovered.discovered

Den Speicherort unter Linux ändern: DUMP_D verschieben

Der häufigste Grund, den Standardpfad zu verlassen: Die Systempartition ist zu klein, und die Backups sollen auf eine größere Daten- oder Zweitplatte (z. B. /backup). So gehen Sie sauber vor:

  1. Per SSH als root anmelden und ein Zielverzeichnis anlegen, etwa /backup/plesk-dumps.
  2. Den Backup-Manager kurz nicht nutzen (keine laufende Sicherung).
  3. Die vorhandenen Backups inklusive des versteckten .discovered-Ordners verschieben:
mv /var/lib/psa/dumps/* /backup/plesk-dumps/
mv /var/lib/psa/dumps/.discovered /backup/plesk-dumps/
  1. In /etc/psa/psa.conf den Wert von DUMP_D auf den neuen Pfad setzen:
DUMP_D    /backup/plesk-dumps
  1. Eigentümer und Rechte des neuen Verzeichnisses angleichen. Der dumps-Ordner gehört Benutzer und Gruppe psaadm:psaadm; die Standardinstallation vergibt den Modus 0750, während Plesks offizielle Anleitung zum Verschieben für das neue Verzeichnis 755 setzt (Stand: Juli 2026). Am sichersten lesen Sie die Werte des Originals aus und übernehmen genau diese:
ls -ld /var/lib/psa/dumps
# Eigentümer/Modus übernehmen:
chown psaadm:psaadm /backup/plesk-dumps
chmod 755 /backup/plesk-dumps
  1. Damit Plesk den geänderten Pfad übernimmt, starten Sie den Panel-Dienst sw-cp-server neu – so sieht es die offizielle Plesk-Anleitung vor. Der Neustart dauert nur einen Moment; die Kundenseiten laufen ungestört weiter:
service sw-cp-server restart

Danach zeigt der Backup-Manager Ihre bisherigen Sicherungen weiterhin an und legt neue Backups am neuen Ort ab.

Der Temp-Ordner (DUMP_TMP_D) – die häufigste Stolperfalle

Plesk baut jedes Backup zuerst im temporären Verzeichnis DUMP_TMP_D zusammen und verschiebt es erst danach nach DUMP_D. Steht dieser Temp-Ordner auf /tmp und ist /tmp klein oder eine eigene, knapp bemessene Partition, brechen große Backups mit „No space left on device” ab – obwohl im eigentlichen Backup-Ordner noch Platz wäre. Setzen Sie DUMP_TMP_D dann auf ein Verzeichnis mit genügend Platz. Zwei Regeln dabei:

  • Der Temp-Ordner braucht die Rechte 1777 (Sticky-Bit, wie /tmp).
  • DUMP_TMP_D darf nicht innerhalb von DUMP_D liegen oder mit ihm identisch sein.

Windows-Server: abweichender Pfad

Läuft Plesk unter Windows Server, gilt ein anderer Standard. Backups landen im Ordner %plesk_dir%\Backup\, wobei %plesk_dir% das Plesk-Installationsverzeichnis ist – bei einer 64-Bit-Standardinstallation also C:\Program Files (x86)\Plesk\Backup\. Ein Detail am Rande: Das Backup-Verzeichnis darf unter Windows nicht innerhalb von C:\Users liegen.

Den Speicherort ändern Sie hier weder in einer Textdatei noch im Backup Manager, sondern mit dem Werkzeug Plesk Reconfigurator: Start → Alle Programme → Plesk → Plesk Reconfigurator → „Change Plesk Backup Data location”, dort den neuen Pfad angeben. Plesk verschiebt die vorhandenen Backups automatisch mit und hält das Panel für die Dauer des Vorgangs kurz an. Wer nachschauen will, wo die Pfade tatsächlich hinterlegt sind: In der Registry unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\PLESK\PSA Config\Config steht der Wert DUMP_D für den Backup-Ordner und DumpTempDir (Standard: %plesk_dir%\PrivateTemp\) für das temporäre Verzeichnis (Stand: Juli 2026). Den Temp-Pfad stellen Sie unter Windows ausschließlich hier in der Registry um. Wenn Sie unsicher sind, welches Betriebssystem für Ihren Server sinnvoll ist, hilft der Überblick unter /welches-betriebssystem-fuer-plesk/.

Remote-Speicher: FTP, S3, Google Drive & Co.

Ein lokales Backup auf demselben Server ist nur ein halbes Backup: Fällt die Platte oder der ganze Server aus, ist die Sicherung mit weg. Lagern Sie Backups deshalb zusätzlich an einen zweiten Ort aus. Als Faustregel dient die 3-2-1-Regel: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Plesk unterstützt das direkt im Backup Manager unter „Remote Storage Settings”:

SpeicherzielEinbindung in PleskHinweis
FTP / FTPSDirekt eingebautKeine Extra-Erweiterung nötig
Amazon S3Kostenlose ErweiterungS3-kompatibel
Google DriveKostenlose ErweiterungPersönliches oder geteiltes Laufwerk
DropboxKostenlose Erweiterung
Microsoft OneDriveKostenlose Erweiterung
DigitalOcean SpacesKostenlose ErweiterungNur eine S3-kompatible gleichzeitig
S3-kompatibel (MinIO, OpenStack)Kostenlose ErweiterungNur eine S3-kompatible gleichzeitig
SFTPErweiterungDurchgehend verschlüsselt

Wichtig für die Kostenplanung – hier lohnt der genaue Blick, weil im Netz oft pauschal „Cloud-Backup kostet extra” behauptet wird: Serverweite Backups, ob manuell oder per Zeitplan, dürfen Sie mit den kostenlosen Erweiterungen auf jedes dieser Ziele schreiben, ohne Zusatzlizenz. Auch manuelle Backups einzelner Abos in die Cloud sind frei. Kostenpflichtig wird genau ein Fall: geplante (automatische) Backups einzelner Abonnements in einen Cloud- oder SFTP-Speicher. Dafür verlangt Plesk die Premium-Erweiterung „Backup to Cloud Pro” (Größenordnung wenige Euro pro Monat je Server); ein einziger Kauf schaltet alle Cloud- und SFTP-Ziele gemeinsam frei. Mehr zu den Lizenzstufen unter /ist-plesk-kostenlos/.

Ein zweiter Hebel spart Platz und Zeit: In den aktuellen Obsidian-Versionen ist bei geplanten Sicherungen die Option „Inkrementelles Backup verwenden” bereits voreingestellt. Ein inkrementelles Backup sichert nur die Webspace- und Mail-Daten, die sich seit der letzten Sicherung geändert haben – das verkürzt Laufzeit und CPU-Last und reduziert den Platzbedarf im DUMP_D-Verzeichnis spürbar, gerade bei großen Mailkonten. Ein wichtiges Detail, das viele Anleitungen unterschlagen: Datenbanken werden bei jedem inkrementellen Lauf trotzdem vollständig gesichert – nur Datei- und Mail-Daten sind wirklich inkrementell. Wie oft zwischendurch eine echte Vollsicherung als neuer Ankerpunkt läuft, legen Sie im Backup Manager unter Zeitplan (Schedule) fest. Wie ein durchdachtes, betreutes Setup aussieht, lesen Sie unter /was-heisst-intelligentes-hosting/.

Backups per Kommandozeile erstellen und finden

Wer Backups skripten oder außerhalb des Panels auslösen will, nutzt die eingebauten Tools. Das serverweite Backup erstellen Sie unter Linux mit:

plesk bin pleskbackup --server -v

Nur eine einzelne Domain sichern Sie so:

plesk bin pleskbackup domains-name example.com

Die fertigen Dateien liegen anschließend im oben beschriebenen DUMP_D-Verzeichnis. Unter Windows heißt das Gegenstück pleskbackup.exe und liegt im Verzeichnis %plesk_dir%\admin\bin\. Für die Wiederherstellung gibt es plesk bin pleskrestore. Beides muss als root bzw. mit den Rechten des Plesk-Administrators laufen – mehr zu dieser Rolle unter /was-ist-der-plesk-administrator/.

Checkliste: Plesk-Backups sicher auslagern

Diese sieben Punkte fangen die typischen Fehler ab, bevor sie im Ernstfall auffallen:

  • Standard-Speicherort und freien Platz prüfen (df -h bzw. Laufwerksübersicht).
  • Bei Platzmangel DUMP_D auf eine Datenpartition verlegen – inklusive .discovered.
  • DUMP_TMP_D auf ein Volume mit genügend Platz legen, aber nicht innerhalb von DUMP_D.
  • Mindestens ein Remote-Ziel einrichten (FTP, S3, Google Drive oder OneDrive).
  • Im Zeitplan eine Rotation setzen (z. B. maximal 5 Sicherungen behalten).
  • Inkrementelle Backups aktivieren, um Platz und Laufzeit zu sparen.
  • Eine Wiederherstellung einmal testweise durchspielen – ein ungetestetes Backup ist nur eine Vermutung.

Häufige Probleme und Lösungen

„No space left on device” beim Backup. Fast immer läuft der Temp-Ordner (DUMP_TMP_D) voll, nicht das eigentliche Ziel. Prüfen Sie mit df -h, welche Partition volläuft, und legen Sie DUMP_TMP_D auf ein Volume mit mehr Platz.

Backups sind im Panel nicht mehr sichtbar. Meist fehlt der .discovered-Katalog oder ist beschädigt – typisch nach manuellem Verschieben ohne den versteckten Ordner. Verschieben Sie die Daten komplett zurück inklusive .discovered oder lassen Sie den Backup-Manager den Speicher neu einlesen.

Alte Backups häufen sich an. Definieren Sie im Backup-Manager bei den geplanten Backups eine Rotation, statt Dateien von Hand zu löschen – so bleibt der Katalog konsistent. Wie lange Plesk eine Sicherung nach der Erstellung als gültig behandelt, steuert übrigens die Option backupsValidationPeriod in der panel.ini (Standard: 7 Tage).

FAQ

Wo genau liegen automatische (geplante) Plesk-Backups? An genau demselben Ort wie manuelle: im lokalen Repository DUMP_D (/var/lib/psa/dumps unter Linux) bzw. am eingestellten Remote-Ziel. Geplante Backups bekommen kein separates Verzeichnis.

Kann ich den Backup-Ordner einfach per Symlink umbiegen? Möglich, aber der sauberere und von Plesk vorgesehene Weg ist, DUMP_D in /etc/psa/psa.conf direkt auf den neuen Pfad zu setzen und sw-cp-server neu zu starten. Achten Sie in beiden Fällen auf Eigentümer psaadm:psaadm und passende Rechte.

Wie komme ich an ein Backup, wenn das Panel nicht mehr startet? Die Archivdateien liegen als normale Dateien in DUMP_D und lassen sich per SSH/SFTP herunterladen. Für die Wiederherstellung brauchen Sie allerdings ein laufendes Plesk und plesk bin pleskrestore bzw. die Migrations-Werkzeuge.

Wie viel Speicherplatz sollte ich für Backups einplanen? Als grobe Näherung das 1,5- bis 2-Fache der genutzten Webspace- und Mail-Daten pro voller Kopie, plus Puffer für den Temp-Ordner während der Erstellung. Inkrementelle Backups und eine begrenzte Rotation senken den Bedarf spürbar.

Kosten Cloud-Backups in Plesk extra? Die Erweiterungen für S3, Google Drive, OneDrive und Co. sind kostenlos, und serverweite sowie manuelle Abo-Backups in die Cloud sind lizenzfrei. Nur für geplante, automatische Backups einzelner Abos in die Cloud brauchen Sie die Premium-Erweiterung „Backup to Cloud Pro”.

Wo liegt der Backup-Ordner unter Windows genau? Standardmäßig unter C:\Program Files (x86)\Plesk\Backup\. Ändern lässt er sich über den Plesk Reconfigurator; innerhalb von C:\Users darf er nicht liegen.