Wärmepumpe Arten im Vergleich 2026: Luft, Erdwärme & Wasser

Energie

Luft, Erdreich oder Grundwasser – jede Wärmepumpe zieht ihre Energie aus einer anderen Quelle. Und genau diese Quelle entscheidet darüber, wie effizient, wie teuer und wie aufwendig deine Heizung am Ende wird. Wer die verschiedenen Wärmepumpe Arten kennt, trifft die bessere Entscheidung – und spart oft über Jahre bares Geld.

In diesem Ratgeber vergleichen wir die drei wichtigsten Systeme – Luft-Wasser, Sole-Wasser (Erdwärme) und Wasser-Wasser – ehrlich und verständlich. Du erfährst, welche Art zu deinem Haus passt, worauf du bei Effizienz (JAZ), Kosten und Genehmigung achten musst und wie du 2026 noch von der Förderung profitierst. Diesen Beitrag findest du auch in unserem großen Wärmepumpen-Ratgeber, der alle Themen rund um die Wärmepumpe bündelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt drei zentrale Wärmepumpe Arten: Luft-Wasser, Sole-Wasser (Erdwärme) und Wasser-Wasser.
  • Luft-Wasser ist am verbreitetsten und in der Anschaffung am günstigsten – ideal für den schnellen Einstieg.
  • Erdwärme und Wasser-Wasser arbeiten effizienter (höhere JAZ), sind aber teurer und aufwendiger (Bohrung, Genehmigung).
  • Als Effizienz-Maß gilt die Jahresarbeitszahl (JAZ) – gut ab etwa 3,5 bis 4 (aus 1 kWh Strom werden 3,5–4 kWh Wärme).
  • 2026 gibt es bis zu 70 % Förderung (KfW) – der Antrag muss aber vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
  • Es gibt keine Wärmepumpen-Pflicht: Das neue GMG (ab 1. November 2026) bleibt technologieoffen.

Welche Wärmepumpen-Arten gibt es? Der Überblick

Alle Wärmepumpen funktionieren nach demselben Prinzip: Sie entziehen der Umgebung kostenlose Wärme und heben sie mit etwas Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau an. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wärmequelle – und danach werden die Arten benannt.

Man unterscheidet drei zentrale Systeme:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe – nutzt die Außenluft.
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) – nutzt die Wärme im Erdreich.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe – nutzt das Grundwasser.

Das „Wasser” im Namen steht dabei jeweils für das Heizwasser, das die Pumpe erwärmt. Bei der Erdwärme gibt es zusätzlich zwei Bauweisen – dazu gleich mehr. Faustregel: Je konstanter und wärmer die Quelle über das Jahr ist, desto effizienter arbeitet die Anlage.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: der einfache Einstieg

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die mit Abstand häufigste Bauart – und der unkomplizierteste Einstieg. Sie zieht die benötigte Energie aus der Außenluft, lässt sich vergleichsweise schnell montieren und kommt ohne Bohrung oder aufwendige Erdarbeiten aus. Genau das macht sie in der Anschaffung am günstigsten.

Grob musst du inklusive Einbau mit rund 15.000–30.000 € (Stand 2026) vor Förderung rechnen – ein belastbarer Preis ergibt sich aber nur aus einem individuellen Angebot.

Nachteile und Grenzen: An sehr kalten Wintertagen sinkt die Effizienz (die JAZ), weil die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Heizwasser größer wird. Außerdem erzeugt der Ventilator des Außengeräts Geräusche – auf Aufstellort und Schallschutz (auch mit Blick auf die Nachbarn) solltest du daher achten.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme): Kollektor oder Sonde

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe – meist einfach Erdwärme genannt – nutzt die vergleichsweise konstante Temperatur im Boden. Eine frostsichere Flüssigkeit (die „Sole”) zirkuliert im Erdreich, nimmt dort Wärme auf und gibt sie an die Wärmepumpe ab. Weil die Quelle über das Jahr stabiler ist als die Außenluft, arbeitet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe in der Regel effizienter als ein Luft-System.

Erdkollektor oder Erdsonde?

  • Erdkollektor: flach verlegte Rohrschlangen knapp unter der Oberfläche. Günstiger in der Erschließung, benötigt aber viel unbebaute Gartenfläche.
  • Erdsonde: senkrechte Tiefenbohrung. Braucht wenig Fläche und liefert sehr konstante Erträge, ist aber die aufwendigere und meist genehmigungspflichtige Variante.

Nachteile und Grenzen: Die höhere Effizienz erkaufst du dir mit einer deutlich höheren Anfangsinvestition (Erdarbeiten bzw. Bohrung) und dem passenden Grundstück. Bohrungen sind in der Regel genehmigungspflichtig – in Wasserschutzgebieten kann es Einschränkungen geben.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Grundwasser als Energiequelle

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe greift auf das Grundwasser zu, das ganzjährig ein besonders konstantes Temperaturniveau hat. Über einen Förderbrunnen wird Wasser entnommen und nach der Wärmeabgabe über einen Schluckbrunnen zurückgeführt. Das Ergebnis ist die höchste Effizienz der drei Arten – allerdings auch der größte Aufwand.

Nachteile und Grenzen: Du brauchst eine wasserrechtliche Genehmigung, eine ausreichende Grundwassermenge und eine geeignete Wasserqualität. Nicht jedes Grundstück erfüllt diese Bedingungen, deshalb ist diese Bauart eher die Nische unter den Wärmepumpen-Arten.

Wärmepumpe Arten im Vergleich: die Tabelle

Damit du die Systeme auf einen Blick gegenüberstellen kannst, haben wir die wichtigsten Kriterien – Effizienz (JAZ), Kosten, Aufwand und Genehmigung/Bohrung – in einer Tabelle zusammengefasst.

KriteriumLuft-Wasser-WärmepumpeSole-Wasser (Erdwärme)Wasser-Wasser (Grundwasser)
WärmequelleAußenluftErdreich (Kollektor oder Sonde)Grundwasser
Effizienz (JAZ)solide, meist um den Richtwert (~3,5)höher – konstantere Quelleam höchsten – sehr konstante Quelle
Anschaffung (inkl. Einbau, vor Förderung)am günstigsten, grob ~15.000–30.000 € (Stand 2026)höher (Erdarbeiten/Bohrung)höher (zwei Brunnen)
Erschließungs-Aufwandgering, schnelle Montagehoch (Kollektorfläche oder Tiefenbohrung)hoch (Förder- & Schluckbrunnen)
Genehmigung / Bohrungi. d. R. keine Bohrung; Schallschutz beachtenBohrung/Erdarbeiten meist genehmigungspflichtigwasserrechtliche Genehmigung + Wasserqualität nötig
PlatzbedarfAußengerät + kleiner TechnikraumGarten für Kollektor oder BohrpunktPlatz für zwei Brunnen
Grenzen/NachteileJAZ sinkt an sehr kalten Tagen; Ventilator-Geräuschhohe Anfangsinvestition; Grundstück muss geeignet seinstrenge Auflagen; nicht überall geeignetes Grundwasser
Ideal fürNeubau & Bestand, schneller Einbau, begrenztes BudgetGrundstück mit Platz/Bohrmöglichkeit, Langfrist-Effizienzgeeignetes Grundstück mit gutem Grundwasser

So haben wir verglichen

Grundlage dieses Vergleichs sind allgemein anerkannte Orientierungswerte und die technischen Eigenschaften der Systeme (Wärmequelle, Effizienz, Erschließungsaufwand, Genehmigung). Es handelt sich um einen redaktionellen Systemvergleich, nicht um einen physischen Produkttest einzelner Geräte – und ausdrücklich nicht um ein Firmen-Ranking. Konkrete Werte hängen immer von Haus, Grundstück und Anlage ab.

Transparenz-Hinweis: Wir vermitteln dich an Fachbetriebe in deiner Region. Für dich ist die Anfrage kostenlos und unverbindlich; kommt ein Auftrag zustande, können wir eine Vergütung erhalten.

Erdwärme vs. Luftwärmepumpe: Welche passt zu dir?

Die häufigste Entscheidung in der Praxis lautet Erdwärme vs. Luftwärmepumpe. Beide sind bewährt – die richtige Wahl hängt vor allem von Grundstück, Budget und Zeithorizont ab.

  • Luft-Wasser lohnt sich, wenn du eine günstige, schnell umsetzbare Lösung suchst, wenig Platz hast oder keine Bohrung möchtest.
  • Erdwärme spielt ihre Stärken aus, wenn das Grundstück Platz oder eine Bohrmöglichkeit bietet und du langfristig auf maximale Effizienz und niedrigere Betriebskosten setzt.

Ehrlich bleibt dabei: Die höhere Effizienz der Erdwärme muss die höheren Anschaffungskosten erst über die Jahre wieder einspielen. Ob sich das rechnet, ist stark projektabhängig – wie du das für dein Haus durchrechnest, zeigt unser Ratgeber Wärmepumpe – lohnt sich das?.

Kosten, Förderung & Betriebskosten 2026

Die Anschaffung ist nur die halbe Wahrheit – entscheidend ist das Zusammenspiel aus Investition, Förderung und laufenden Kosten. Eine Übersicht über alle Posten findest du im Detail unter Wärmepumpe Kosten.

Förderung 2026: bis zu 70 %

Für den Heizungstausch im Bestand fördert die KfW Wärmepumpen mit einem Zuschuss von 30–70 %. Die förderfähigen Kosten liegen bei bis zu 30.000 € je Wohneinheit, der KfW-Zuschuss bei maximal 21.000 €. Er setzt sich aus vier Bausteinen zusammen:

  • Grundförderung (30 %)
  • Klimageschwindigkeitsbonus
  • Einkommensbonus
  • Effizienzbonus

Noch bis zum 21. Juli 2026 gelten die aktuellen Sätze mit bis zu 70 % Zuschuss; danach wird das Bonus-Stacking schrittweise reduziert, und ab 2027 wird die KfW-Förderung weiter gekürzt und sozialer gestaffelt. Für andere Einzelmaßnahmen bleibt die BAFA zuständig.

Wichtig: Den Förderantrag musst du vor der Auftragsvergabe bzw. Vertragsunterschrift stellen – sonst entfällt der Anspruch vollständig. Alle Details und aktuelle Fristen findest du unter Wärmepumpe Förderung 2026.

Betriebskosten: Strompreis und § 14a EnWG

Die laufenden Kosten hängen vor allem am Strompreis (rund 31 ct/kWh, Stand 2026 – tagesaktuell prüfen) und an der Effizienz der Anlage. Mit einem speziellen Wärmepumpen- bzw. Heizstromtarif zahlst du oft weniger. Zusätzlich ermöglicht § 14a EnWG reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen – dafür ist unter Umständen ein separater Zähler nötig. Wie sich der Verbrauch zusammensetzt, erklären wir unter Wärmepumpe Stromverbrauch.

Noch günstiger mit Photovoltaik

Wer den Strom teilweise selbst erzeugt, senkt die Betriebskosten spürbar: Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik hebt den Eigenverbrauch und macht dich unabhängiger vom Strompreis. Mehr zur Technik dahinter findest du im Photovoltaik-Bereich.

Wärmepumpe im Altbau & die Pflicht-Mythen 2026

Zwei Themen sorgen für die meiste Verunsicherung: der Einbau im Altbau und angebliche gesetzliche Pflichten.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?

Ja – ein pauschales „geht im Altbau nicht” stimmt nicht. Entscheidend ist eine moderate Vorlauftemperatur (idealerweise höchstens 55 °C). Große Heizkörper oder eine Flächenheizung und ein Mindestmaß an Dämmung helfen dabei. Was im Bestand konkret zu beachten ist, liest du unter Wärmepumpe im Altbau.

Gibt es eine Wärmepumpen-Pflicht?

Nein. Rund um das Heizungsgesetz halten sich drei hartnäckige Missverständnisse, die sich sachlich klar einordnen lassen:

  • Keine Wärmepumpen-Pflicht: Niemand ist gezwungen, ausgerechnet eine Wärmepumpe einzubauen.
  • Kein sofortiges Gasheizungsverbot: Auch neue Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt. Mehr dazu unter Gasheizung-Verbot.
  • Keine Austauschpflicht für funktionierende Heizungen: Wer eine intakte Heizung hat, muss nicht tauschen.

Hintergrund: Das aktuelle GEG (2024) wird durch das neue Gebäude-Modernisierungs-Gesetz (GMG) abgelöst, das ab dem 1. November 2026 in Kraft treten soll. Die bisherige 65-%-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen entfällt; stattdessen gilt Technologieoffenheit (Wärmepumpe, Fernwärme, Hybrid, Biomasse – aber auch neue fossile Heizungen). Für neu eingebaute fossile Heizungen ist ab 2029 ein steigender verpflichtender Bio-Anteil geplant (von 10 % im Jahr 2029 auf 60 % bis 2040).

Eine begrenzte Austauschpflicht betrifft nur bestimmte alte Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind – mit Ausnahmen, etwa für selbst genutzte Einfamilienhäuser. Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind ausgenommen.

Wichtig zur Einordnung: Das GMG ist geplant/neu und noch nicht in Kraft – maßgeblich ist bis zum Stichtag der aktuelle Gesetzesstand. Den Überblick pflegen wir laufend unter Heizungsgesetz 2026; wann ein Tausch wirklich vorgeschrieben ist, klärt Heizung tauschen – Pflicht?.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Wärmepumpen-Arten gibt es? Es gibt drei zentrale Arten: die Luft-Wasser-Wärmepumpe (Quelle Außenluft), die Sole-Wasser-Wärmepumpe bzw. Erdwärme (Quelle Erdreich, als Kollektor oder Sonde) und die Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Quelle Grundwasser).

Was ist der Unterschied zwischen Erdwärme und Luftwärmepumpe? Die Luftwärmepumpe nutzt die Außenluft, ist günstiger und schneller installiert, verliert an sehr kalten Tagen aber Effizienz. Erdwärme nutzt die konstante Bodentemperatur, arbeitet dadurch effizienter, ist aber teurer und erfordert Erdarbeiten oder eine genehmigungspflichtige Bohrung.

Welche Wärmepumpe ist am effizientesten? Tendenziell die Wasser-Wasser-Wärmepumpe, dicht gefolgt von der Erdwärme, weil ihre Wärmequellen ganzjährig konstant sind. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht eine solide JAZ, bietet aber oft das beste Verhältnis aus Kosten und Nutzen. Als Richtwert gilt eine JAZ ab etwa 3,5 bis 4.

Was kostet eine Wärmepumpe 2026? Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau liegt grob bei 15.000–30.000 € (Stand 2026) vor Förderung; Erdwärme und Wasser-Wasser sind wegen Bohrung bzw. Brunnen teurer. Nach bis zu 70 % Förderung bleibt deutlich weniger übrig. Ein belastbarer Preis ergibt sich nur aus einem individuellen Angebot.

Brauche ich für eine Erdwärme-Wärmepumpe eine Genehmigung? In der Regel ja. Tiefenbohrungen für Erdsonden und die Grundwassernutzung sind meist genehmigungspflichtig, in Wasserschutzgebieten gelten besondere Auflagen. Ein Fachbetrieb klärt die Genehmigungsfähigkeit für dein Grundstück.

Muss ich ab 2026 eine Wärmepumpe einbauen? Nein. Es gibt keine Wärmepumpen-Pflicht. Das geplante GMG (ab 1. November 2026) bleibt technologieoffen; auch neue Gas- oder Ölheizungen sind weiter erlaubt, und funktionierende Heizungen müssen nicht getauscht werden.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau? Ja, wenn die Vorlauftemperatur moderat bleibt (idealerweise höchstens 55 °C). Große Heizflächen und eine Grunddämmung verbessern die Effizienz. Ein pauschales „geht im Altbau nicht” ist ein Mythos.

Quellen

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) und geplantes Gebäude-Modernisierungs-Gesetz (GMG), zuständiges Bundesministerium
  • KfW-Förderung für den Heizungstausch (Bundesförderung für effiziente Gebäude, BEG) sowie BAFA
  • § 14a EnWG – steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Bundesnetzagentur)
  • Jahresarbeitszahl (JAZ) als gängige Effizienz-Kennzahl für Wärmepumpen

Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.