Google AdSense DSGVO-konform in Borlabs Cookie einbinden (IAB TCF)
Google AdSense ist in WordPress schnell eingebunden – die Anzeige aber rechtssicher auszuspielen, ist seit 2024 die eigentliche Aufgabe. Denn seit dem 16. Januar 2024 verlangt Google für Besucher aus dem EWR, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz eine von Google zertifizierte Consent-Management-Plattform (CMP) mit IAB-TCF-Unterstützung. Ein simples „Skript erst nach Klick laden” genügt dafür nicht mehr. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie AdSense in Borlabs Cookie 3 so einrichten, dass DSGVO und Googles Publisher-Vorgaben erfüllt sind – inklusive IAB TCF, Consent Mode v2 und den Stolperfallen, an denen die meisten Setups scheitern.
Warum „Skript blockieren” allein nicht mehr reicht
Die klassische Anleitung lautete jahrelang: AdSense-Code als Marketing-Skript in Borlabs hinterlegen, per Einwilligung freigeben, fertig. Das deckt die ePrivacy-/DSGVO-Seite ab – ohne Zustimmung kein Cookie – erfüllt aber nicht Googles CMP-Pflicht.
Google wertet für die Anzeigenauslieferung im EWR ein TCF-konformes Einwilligungssignal aus, und zwar auch für nicht personalisierte Anzeigen. Fehlt dieses Signal, drosselt oder stoppt Google die Auslieferung („ads not served”) – völlig unabhängig davon, ob Ihr Cookie-Banner technisch sauber blockiert. Deshalb gibt es heute zwei Wege, von denen für die meisten Websites nur einer praktikabel ist:
- Weg 1 (für EWR-Traffic Pflicht): IAB TCF in Borlabs Cookie aktivieren und Google als Vendor konfigurieren. Borlabs Cookie 3.x ist eine von Google gelistete, TCF-konforme CMP.
- Weg 2 (Rückfall/Ergänzung): Das AdSense-Skript rein technisch über eine Marketing-Einwilligung sperren. Nur sinnvoll, wenn Sie nachweislich keinen EWR-/UK-/CH-Traffic monetarisieren.
Voraussetzungen
- Borlabs Cookie 3.0 oder neuer. Die TCF-Funktion und Consent Mode v2 gibt es erst ab der 3er-Generation; Version 2.x reicht für AdSense im EWR nicht aus.
- Aktives, freigeschaltetes AdSense-Konto samt Publisher-ID im Format
ca-pub-XXXXXXXXXXXXXXXX. - Zugriff auf den
<head>-Bereich – entweder über das Theme oder ein Snippet-Plugin. Borlabs benötigt einen unveränderten Stub im Head (dazu unten mehr).
Weg 1: AdSense über IAB TCF einbinden (empfohlen)
Schritt 1 – IAB TCF aktivieren
Öffnen Sie im WordPress-Backend Borlabs Cookie › Consent Management › IAB TCF › Settings und schalten Sie den Status „IAB TCF status” ein. Borlabs lädt anschließend die Global Vendor List; als Bestätigung erscheint die Meldung „Global Vendor List is downloaded”. Optional aktivieren Sie „Compact Layout (BETA)” für eine kompaktere Darstellung des TCF-Banners auf Mobilgeräten.
Mit dem aktivierten TCF lädt Borlabs automatisch die Stub-Datei borlabs-cookie-tcf-stub.min.js in den <head>. Dieser Stub stellt die __tcfapi-Schnittstelle bereit, über die AdSense das Einwilligungssignal ausliest. Er muss unverändert und ganz oben im Head stehen und darf von keinem Caching- oder Optimierungs-Plugin verändert werden – dazu gleich mehr bei den typischen Fehlern.
Schritt 2 – Google als Vendor konfigurieren
Wechseln Sie zu Consent Management › IAB TCF › Manage vendors und öffnen Sie „Configure vendors”. Für die Google-Werbeprodukte (AdSense/Ad Manager) aktivieren Sie laut Google-Vorgabe:
- Purposes: 1, 2, 3, 4, 7, 9 und 10
- Features: 1, 2 und 3
- Special Features: 1 und 2
- Special Purposes: 1 und 2
Speichern Sie mit „Save all settings”. Google erkennt die TCF-Nutzung nach kurzer Zeit automatisch. Diese Purpose-Auswahl entspricht der offiziellen Borlabs-Vorgabe für die Google-Vendor-Konfiguration und deckt sich mit Googles Publisher-Dokumentation. Borlabs Cookie arbeitet dabei nach dem IAB-TCF-Standard in der Version 2.3, die seit dem 28. Februar 2026 für neue bzw. aktualisierte Einwilligungen verbindlich ist (Stand: Juli 2026). Prüfen Sie die Zuordnung vor dem Live-Gang dennoch gegen die aktuelle Google-Vorgabe, da Google die Purpose-Zuordnung gelegentlich anpasst.
Schritt 3 – Consent Mode v2 ergänzen (für Analytics/Ads)
Der Google Consent Mode v2 ist seit dem 6. März 2024 Pflicht, sobald Sie Google Ads oder Google Analytics einsetzen. Für die reine AdSense-Auslieferung steuert bereits das TCF-Signal die Anzeigen; wer aber zusätzlich Analytics oder Ads betreibt, installiert das passende Service-Paket aus der Borlabs-Bibliothek (z. B. Google Analytics oder Google Ads). Der Basic Consent Mode ist bereits mit der Installation des jeweiligen Pakets aktiv – Sie müssen ihn nicht global gesondert scharfschalten, sondern lediglich im installierten Dienst den Consent Mode aktivieren (den Advanced Consent Mode für komplexere Setups steuern Sie über den Google Tag Manager). Borlabs Cookie 3 gibt die Consent-Mode-Signale (ad_storage, analytics_storage, ad_user_data, ad_personalization) dann passend zur Einwilligung an Google weiter. Details dazu in unserer Anleitung zu Google Consent Mode v2.
Schritt 4 – AdSense-Code einbauen
Anders als beim alten „Skript-sperren”-Ansatz blockieren Sie den AdSense-Loader unter TCF nicht. Google muss das Tag laden dürfen, um das Einwilligungssignal zu lesen und – je nach Zustimmung – personalisierte, nicht personalisierte oder gar keine Anzeigen auszuspielen. Binden Sie den Loader daher regulär in den <head> ein:
<script async
src="https://pagead2.googlesyndication.com/pagead/js/adsbygoogle.js?client=ca-pub-XXXXXXXXXXXXXXXX"
crossorigin="anonymous"></script>
Die einzelne Anzeigenfläche platzieren Sie dort im Inhalt, wo die Werbung erscheinen soll:
<ins class="adsbygoogle"
style="display:block"
data-ad-client="ca-pub-XXXXXXXXXXXXXXXX"
data-ad-slot="1234567890"
data-ad-format="auto"
data-full-width-responsive="true"></ins>
<script>(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});</script>
Ersetzen Sie ca-pub-XXXXXXXXXXXXXXXX durch Ihre Publisher-ID und data-ad-slot durch die ID der jeweiligen Anzeigenfläche aus dem AdSense-Konto. Der veraltete Code mit google_ad_client/google_ad_slot als Inline-Variablen wird nicht mehr verwendet.
Weg 2: AdSense-Skript ohne TCF sperren (nur als Rückfall)
Wenn Sie sicher keinen EWR-Traffic monetarisieren, können Sie den Loader auch klassisch bis zur Marketing-Einwilligung sperren. Legen Sie dazu unter Borlabs Cookie › Services in der Dienstegruppe „Marketing” einen Service „Google AdSense” an und hinterlegen Sie den AdSense-Code im Opt-in-Feld des Service. Bereits im Theme fest verdrahtete Skripte lassen sich über den in Borlabs integrierten Script Blocker stilllegen und erst nach Einwilligung ausführen; im Frontend steuert Borlabs die Freigabe über window.BorlabsCookie.Unblock.unblockScriptBlockerId().
Wichtig: Dieser Weg erfüllt die DSGVO-Cookie-Sperre, nicht aber Googles CMP-Pflicht für den EWR. Für Publisher mit europäischem Publikum ist Weg 1 daher praktisch alternativlos.
Integration testen
Prüfen Sie die Einbindung immer in einem frischen Inkognito-Fenster, damit keine alte Einwilligung greift:
- Beim ersten Aufruf erscheint das Consent-Banner, bevor eine Anzeige geladen wird.
- Nach der Zustimmung zu Marketing werden AdSense-Anzeigen ausgespielt.
- Bei Ablehnung dürfen keine personalisierten Anzeigen und keine Marketing-Cookies gesetzt werden.
Zur Kontrolle des TCF-Signals hilft das Browser-Tool Google Tag Assistant oder die Netzwerk-Konsole: Suchen Sie nach Aufrufen an pagead2.googlesyndication.com und prüfen Sie, ob ein gdpr- und gdpr_consent-Parameter mitgesendet wird.
Häufige Fehler und Lösungen
Nach dem Aktivieren von TCF werden keine Anzeigen mehr ausgeliefert. Der mit Abstand häufigste Auslöser: Ein Caching- oder Optimierungs-Plugin (WP Rocket, Autoptimize, LiteSpeed Cache u. a.) verschiebt, kombiniert oder verzögert die Datei borlabs-cookie-tcf-stub.min.js. Der Stub muss unverändert und synchron im Head laden, bevor AdSense das Signal abfragt. Nehmen Sie ihn im jeweiligen Plugin von JavaScript-Kombination, Defer/Delay und Minifizierung aus.
„Ungültige/keine CMP erkannt” in AdSense. Meist ist der Google-Vendor nicht (vollständig) konfiguriert oder eine der Pflicht-Purposes fehlt. Kontrollieren Sie Schritt 2 und speichern Sie erneut.
Anzeigen erscheinen sofort, noch vor der Einwilligung. Dann läuft vermutlich noch der alte Weg 2 parallel, oder ein zweites Ad-Skript umgeht Borlabs. Entfernen Sie doppelte Einbindungen und lassen Sie die Auslieferung ausschließlich über TCF/Consent Mode steuern.
Wenn Sie ohnehin gerade die Einwilligungsschicht Ihrer Website aufräumen, lohnt ein Blick auf die saubere Grundeinrichtung von Borlabs Cookie.
FAQ
Brauche ich IAB TCF wirklich, wenn ich nur nicht personalisierte Anzeigen ausspielen möchte? Ja. Für Traffic aus dem EWR, dem UK und der Schweiz verlangt Google seit dem 16. Januar 2024 eine zertifizierte CMP mit TCF-Signal – auch für nicht personalisierte Anzeigen. Ohne dieses Signal wird die Auslieferung eingeschränkt.
Warum werden nach der Umstellung auf TCF plötzlich keine Anzeigen mehr angezeigt?
In den meisten Fällen verzögert ein Caching-Plugin den TCF-Stub oder der Google-Vendor ist nicht korrekt konfiguriert. Nehmen Sie borlabs-cookie-tcf-stub.min.js von jeder Optimierung aus und prüfen Sie die aktivierten Purposes.
Muss ich zusätzlich Consent Mode v2 einrichten? Für die reine AdSense-Auslieferung übernimmt das TCF-Signal die Steuerung. Consent Mode v2 ist vor allem für Google Analytics und Google Ads relevant und dort seit dem 6. März 2024 verpflichtend.
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