Borlabs Cookie auf einzelnen Seiten deaktivieren – so geht's DSGVO-sicher
Borlabs Cookie auf einzelnen Seiten deaktivieren
Der Cookie-Banner überlagert Ihre Kampagnen-Landingpage, oder ein Kunde möchte auf einer bestimmten Seite keine Consent-Abfrage sehen. Borlabs Cookie kennt dafür keinen Ein-Klick-Schalter „pro Seite“ – Sie lösen das über CSS, ein Code-Snippet oder die Content-Blocker-Freigabe. Welche Methode die richtige ist, hängt davon ab, ob die Seite überhaupt Cookies oder Drittanbieter-Dienste lädt. Genau diese Vorfrage entscheidet auch, ob Ihr Vorgehen DSGVO-konform bleibt.
Was „deaktivieren“ hier wirklich heißt
Hinter der Frage stecken meist drei verschiedene Ziele. Klären Sie zuerst, welches auf Sie zutrifft – die Lösung unterscheidet sich deutlich:
- Banner ausblenden: Die Box soll auf einer Seite optisch nicht erscheinen, alles andere bleibt wie gehabt.
- Plugin komplett ausschließen: Borlabs soll auf der Seite gar nicht laden – etwa aus Performance-Gründen oder wegen eines Konflikts mit einem Page Builder.
- Nur einen Dienst freigeben: Der Banner darf bleiben, aber ein eingebettetes Video oder eine Karte soll ohne Klick angezeigt werden. Das ist ein Content-Blocker-Thema, kein Deaktivieren – siehe Methode 3.
Zuerst prüfen: Dürfen Sie das Banner hier überhaupt ausblenden?
Bevor Sie eine Zeile CSS oder Code anfassen, klären Sie die Rechtsfrage. Ein Cookie-Banner ist kein Design-Element, das Sie nach Belieben verstecken. Sobald eine Seite einwilligungspflichtige Cookies oder Drittanbieter-Inhalte lädt – Google Analytics, Meta-Pixel, YouTube-Einbettungen, Google Fonts vom Google-Server, reCAPTCHA –, ist die Einwilligung nach DSGVO und TDDDG (vormals TTDSG) Pflicht. Blenden Sie in diesem Fall nur den Banner aus, laufen die Skripte trotzdem: Sie setzen Cookies ohne Zustimmung. Das ist abmahnfähig.
Das Banner ausblenden dürfen Sie gefahrlos nur, wenn die Seite technisch notwendige Cookies ausgenommen keinerlei Tracking oder externe Ressourcen lädt – also eine reine Text- oder Bildseite ohne Einbettungen. Prüfen Sie das im Zweifel mit dem Netzwerk-Tab der Browser-Entwicklerkonsole (F12): Erscheinen dort Requests zu fremden Domains, brauchen Sie den Consent.
Methode 1: Cookie-Box per CSS auf einer Seite ausblenden
Für eine saubere Seite ohne einwilligungspflichtige Inhalte ist CSS der schnellste Weg. WordPress vergibt für jede Seite eine eindeutige Body-Klasse nach dem Muster page-id-123. Diese kombinieren Sie mit dem Container der Cookie-Box:
/* Cookie-Box nur auf der Seite mit ID 123 ausblenden */
body.page-id-123 #BorlabsCookieBox {
display: none !important;
}
Die Seiten-ID finden Sie, indem Sie die Seite im WordPress-Backend öffnen und in der URL nach post=123 schauen. Bei einzelnen Beiträgen lautet die Klasse postid-123.
Wichtig zum Selektor: In Borlabs Cookie 2.x heißt der Container #BorlabsCookieBox (Kind-Elemente tragen das Präfix _brlbs-, etwa ._brlbs-box oder ._brlbs-bar). In Version 3 wurde das Frontend komplett neu aufgebaut, sodass der Selektor abweichen kann. Borlabs veröffentlicht den Container-Selektor für Version 3 nicht offiziell – lesen Sie ihn daher am Live-DOM aus dem Browser-Inspektor ab, bevor Sie das CSS produktiv setzen.
Das CSS hinterlegen Sie am besten im Feld für individuelles CSS von Borlabs selbst (siehe Borlabs Cookie CSS anpassen) oder im Customizer unter Design → Customizer → Zusätzliches CSS. Beachten Sie: CSS blendet nur optisch aus. Der Consent-Mechanismus und der Skript-Blocker laufen im Hintergrund weiter. Für eine reine Textseite ist das genau richtig; für eine Seite mit Tracking wäre es der oben beschriebene Rechtsverstoß.
Methode 2: Borlabs komplett von einer Seite ausschließen
Soll Borlabs auf einer Seite gar nicht geladen werden – etwa weil das Plugin mit einem Builder-Element kollidiert oder eine ultraschnelle Landingpage keinerlei externe Skripte enthält –, entfernen Sie die Borlabs-Assets gezielt per Hook. Das gehört in die functions.php eines Child-Themes oder in ein Snippet-Plugin wie Code Snippets bzw. WPCode – niemals direkt in ein Parent-Theme, weil das nächste Update Ihre Änderung überschreibt.
add_action( 'wp_enqueue_scripts', function () {
// Greift nur auf Seiten mit diesen Slugs:
if ( is_page( array( 'landingpage', 'kampagne-2026' ) ) ) {
wp_dequeue_script( 'borlabs-cookie' );
wp_dequeue_style( 'borlabs-cookie' );
}
}, 100 );
Die Priorität 100 sorgt dafür, dass der Code läuft, nachdem Borlabs seine Dateien registriert hat. Statt is_page() können Sie mit is_single(), is_front_page() oder is_page_template() filtern.
Ein Detail müssen Sie dabei beachten: Borlabs veröffentlicht die exakten Handle-Namen seiner Skripte und Styles nicht offiziell, und sie können sich zwischen den Versionen unterscheiden. Ermitteln Sie den korrekten Handle daher auf Ihrer Installation – etwa per var_dump( wp_scripts()->queue ) im Footer oder über den Quelltext der ausgelieferten Seite. Stimmt der Handle nicht, greift wp_dequeue_* ins Leere. Robuster und versionsunabhängig ist der offizielle Filter, mit dem Borlabs das Laden seiner Frontend-Assets gezielt unterbindet – ganz ohne Handle-Raten (Stand: Juli 2026):
// JavaScript von Borlabs Cookie im Frontend gar nicht laden:
add_filter( 'borlabsCookie/frontendResources/disableJavaScriptLoading', function ( $status = false ) {
// ggf. mit is_page() o. Ä. auf bestimmte Seiten eingrenzen
return true;
} );
// Analog für CSS: 'borlabsCookie/frontendResources/disableCssLoading'
Die beiden Filter sind in der Borlabs-Hooks-Dokumentation beschrieben (https://borlabs.io/kb/hooks/).
Auch hier gilt die DSGVO-Regel unverändert: Schalten Sie Borlabs nur dort ab, wo die Seite selbst keine Cookies setzt und keine Drittanbieter einbindet. Andernfalls fehlt die Rechtsgrundlage.
Methode 3: Nur einen Dienst freigeben statt Borlabs abzuschalten
Häufig ist das eigentliche Problem gar nicht der Banner, sondern ein einzelner blockierter Inhalt – ein YouTube-Video oder eine Google-Map, die hinter der grauen Content-Blocker-Kachel verschwindet. In diesem Fall wollen Sie Borlabs nicht deaktivieren, sondern den Dienst gezielt freigeben. Das erledigen Sie über die Content-Blocker-Einstellungen bzw. eine Ausnahme, nicht über CSS oder dequeue. Wie Sie einzelne Einbettungen zulassen, zeigt der Beitrag iFrames in Borlabs Cookie zulassen. So bleibt Ihr Consent-Management intakt und rechtssicher.
Typische Fehler und Lösungen
- Banner erscheint trotz CSS/Code weiterhin. In neun von zehn Fällen ist es der Cache. Leeren Sie sowohl Ihren Seiten-Cache (z. B. WP Rocket) als auch den Borlabs-eigenen Cache und testen Sie im Inkognito-Fenster. Details unter Borlabs Cache zurücksetzen.
- Banner ist weg, aber Cookies werden trotzdem gesetzt. Das ist kein Fehler, sondern das erwartete Verhalten von Methode 1 – CSS blendet nur aus. Wenn die Seite Tracking enthält, verstößt das gegen die DSGVO. Nutzen Sie stattdessen Methode 2 oder lassen Sie den Banner stehen.
- Falsche Body-Klasse gewählt. Die ID der Seite ist nicht identisch mit der ID im Menü oder der Reihenfolge. Kontrollieren Sie die tatsächlich ausgegebene Klasse im Browser-Inspektor am
<body>-Tag. dequeuewirkt nicht. Meist stimmt der Handle-Name nicht (siehe Hinweis zu den Handle-Namen oben) oder die Priorität ist zu niedrig, sodass der Code vor der Registrierung läuft. Zuverlässiger ist der offizielle FilterborlabsCookie/frontendResources/disableJavaScriptLoading.- Sie wollten das Gegenteil. Wird der Banner ungewollt auf einer Seite gar nicht angezeigt, hilft Borlabs-Cookie-Box wird nicht angezeigt.
FAQ
Kann ich Borlabs Cookie nur auf einer einzelnen Seite ausschalten, ohne Code zu schreiben?
Für reines Ausblenden reicht eine CSS-Zeile mit der page-id-Klasse – das ist kaum Code und lässt sich im Borlabs-CSS-Feld hinterlegen. Ein vollständiges Ausschließen des Plugins ohne jeden Code ist nicht vorgesehen; dafür brauchen Sie das wp_dequeue-Snippet.
Ist es erlaubt, den Cookie-Banner auf der Datenschutz- oder Impressumsseite auszublenden? Grundsätzlich ja, sofern diese Seiten keine externen Dienste laden – was bei reinen Rechtstexten meist der Fall ist. Sobald dort aber etwa eine eingebettete Karte oder ein Analytics-Skript läuft, muss der Consent verfügbar bleiben.
Warum bietet Borlabs keinen einfachen „pro Seite deaktivieren“-Schalter? Weil eine seitenweise Abschaltung fast immer eine rechtliche Frage ist, keine reine Design-Entscheidung. Das Plugin ist darauf ausgelegt, Einwilligungen site-weit korrekt zu verwalten – eine bequeme Ausnahme-Funktion würde Betreiber leicht in DSGVO-Verstöße führen. Sinnvolle Grundeinstellungen finden Sie unter optimale Einstellungen für Borlabs Cookie.
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