Wer steckt hinter Divi? Elegant Themes, Nick Roach und das Divi-Ökosystem

WordPress

Divi gehört zu den meistgenutzten Werkzeugen, um WordPress-Seiten ohne Code zu bauen – doch bevor Sie sich oder einen Kunden daran binden, lohnt der Blick auf den Hersteller. Wer entwickelt Divi, wie tragfähig ist das Geschäftsmodell, und was ändert der Umbau auf Divi 5? Dieser Text klärt Herkunft und Lizenzmodell und zeigt die drei Punkte, die in Deutschland über Erfolg oder Abmahnung entscheiden: Lizenzkosten, DSGVO und Performance.

Elegant Themes: das Unternehmen hinter Divi

Divi stammt vom US-amerikanischen Anbieter Elegant Themes. Gegründet wurde die Firma 2008 von Nick Roach, damals Student, der die ersten Themes aus seiner Wohnung heraus verkaufte. Aus dem Ein-Mann-Projekt ist ein verteilt arbeitendes Unternehmen mit Firmensitz in San Francisco, Kalifornien, geworden; das Team arbeitet remote über mehrere Kontinente verteilt. Nick Roach ist bis heute CEO.

Wichtig für die Einordnung: Elegant Themes verkauft keine Einzelprodukte, sondern eine Mitgliedschaft. Wer beitritt, erhält Zugriff auf das gesamte Produktportfolio. Divi ist davon das mit Abstand bekannteste, aber nicht das einzige Produkt.

Divi ist mehr als nur ein Theme

Der Name „Divi” wird für drei Dinge verwendet, die man auseinanderhalten sollte:

  • Divi Theme – ein vollständiges WordPress-Theme.
  • Divi Builder – der visuelle Drag-and-drop-Editor. Er steckt im Theme, ist aber auch als eigenständiges Plugin verfügbar und lässt sich damit auf nahezu jedem anderen Theme einsetzen.
  • Divi-Ökosystem – rund um den Builder existiert ein großer Markt aus Layout-Packs, Kind-Themes und Erweiterungen (u. a. im offiziellen Divi Marketplace).

Zur Mitgliedschaft gehören außerdem das Magazin-Theme Extra, das E-Mail-Opt-in-Plugin Bloom und das Social-Sharing-Plugin Monarch. Für die meisten Anwender ist aber Divi allein der Grund für die Mitgliedschaft.

Wenn Sie noch grundsätzlich zwischen Baukasten-Ansätzen schwanken, hilft ein Blick auf unseren Page-Builder-Vergleich.

Von Divi 1.0 bis Divi 5: die kurze Versionsgeschichte

Divi hat mehrere technische Generationen durchlaufen – und die aktuelle ist die folgenreichste:

  • 2013: Divi 1.0 erscheint. Der Seitenaufbau basiert von Anfang an auf Shortcodes (Inhalte werden intern als [et_pb_...]-Codes gespeichert).
  • 2016: Mit Divi 3.0 kommt der Visual Builder – das Bearbeiten direkt im Frontend, live auf der echten Seite.
  • Oktober 2019: Divi 4.0 bringt den Theme Builder, mit dem sich Header, Footer, Archiv- und Einzelseiten-Templates zentral gestalten lassen.
  • 26. Februar 2026: Divi 5.0 erscheint als offizielle Stable-Version – gut drei Jahre nach der Ankündigung des Umbaus (der grundlegende Neubau wurde am 10. November 2022 angekündigt).

Divi 5 ist keine kosmetische Aktualisierung: Elegant Themes hat die alte Shortcode-Architektur komplett entfernt und den Builder auf einen modernen, React-basierten Unterbau mit Flexbox und CSS Grid gestellt. Nick Roach beschreibt es als „foundational update” mit Fokus auf Performance, Stabilität und Erweiterbarkeit. Der Wechsel von Divi 4 auf Divi 5 lässt sich direkt aus dem WordPress-Dashboard anstoßen; Divi 4 bleibt nach dem Release noch für eine Übergangsphase offiziell unterstützt. Elegant Themes sichert für Divi 4 mindestens zwölf Monate nach dem Divi-5-Release (also mindestens bis Ende Februar 2027) weiterhin Sicherheits- und kritische Fehler-Updates zu, allerdings ohne neue Funktionen.

Warum das für die Frage „Wer steckt dahinter?” relevant ist: Ein Anbieter, der bereit ist, das technische Fundament seines Kernprodukts nach über einem Jahrzehnt neu zu bauen, statt es weiter zu flicken, signalisiert Langlebigkeit. Für Bestandsseiten heißt es aber auch: den Umstieg testen, bevor er produktiv passiert (siehe Fallstricke unten).

Lizenz- und Geschäftsmodell

Divi ist nicht kostenlos. Es gibt zwei Modelle:

  • Jahreslizenz: 89 $ pro Jahr (Stand: Juli 2026).
  • Lifetime-Lizenz: einmalig 249 $ (Stand: Juli 2026).

Elegant Themes senkt diese Listenpreise regelmäßig über Aktionen ab, ein Blick auf das aktuelle Angebot lohnt sich also.

Beide Varianten decken beliebig viele Websites ab – ein wichtiger Punkt für Agenturen und Freelancer, die Divi auf mehreren Kundenseiten einsetzen. In der Lizenz enthalten sind Updates und Support.

Ein Detail, das viele übersehen: Divi ist GPL-lizenziert. Der Code darf frei weitergegeben werden; die Lizenzgebühr bezahlt faktisch Updates und Support, nicht das reine Nutzungsrecht. Für Kundenprojekte bedeutet das: Sie können eine mit Ihrer Lizenz gebaute Seite an den Kunden übergeben – ob der Kunde für eigene, künftige Updates eine eigene Mitgliedschaft braucht, sollten Sie im Angebot klar regeln.

Divi aus deutscher Sicht: DSGVO und Performance

DSGVO: externe Schriften und Icons

Divi lädt in der Standardkonfiguration Google Fonts und das Icon-Set Font Awesome von externen Servern. Genau das ist in Deutschland heikel: Das Nachladen von Google Fonts von US-Servern überträgt die IP-Adresse der Besucher und war bereits Gegenstand von Abmahnungen. Wer Divi DSGVO-konform betreiben will, sollte:

  1. Google Fonts in den Divi-Theme-Optionen deaktivieren: unter Divi → Theme-Optionen → Allgemein die Option „Use Google Fonts” ausschalten – dieser Pfad gilt sowohl in Divi 4 als auch in Divi 5. Für ein sicheres lokales Hosten der Schriften ist danach in der Regel ein Zusatz-Plugin oder das manuelle Einbinden der Font-Dateien nötig.
  2. Schriften lokal einbinden, sodass nichts mehr an Google übertragen wird (siehe Google Fonts lokal & DSGVO-konform einbinden).
  3. Ein Consent-Management für alles einsetzen, was einwilligungspflichtig ist – etwa mit Borlabs Cookie.

Performance und der Shortcode-Ballast

Divi galt lange als schwergewichtig. Der Grund war die erwähnte Shortcode-Architektur: Sie erzeugte viel Markup und war schwer zu optimieren. Elegant Themes hat mit dem großen Performance-Update Divi 4.10 (August 2021) gegengesteuert – dynamisches CSS, „Critical CSS” und das bedarfsgerechte Nachladen von Modulen, gebündelt im neuen Reiter Divi → Theme-Optionen → Allgemein → Performance; Divi 5 setzt mit dem neuen Unterbau noch einmal deutlich niedriger an.

Ein oft unterschätzter Nebeneffekt der alten Architektur ist der Lock-in: Deaktivierten Sie Divi bei einer mit Shortcodes gebauten Seite, blieb in den Beiträgen „Shortcode-Salat” ([et_pb_...]) zurück. Das erschwerte einen späteren Umstieg auf ein anderes System erheblich. Divi 5 löst sich von diesem Modell – ein zentraler Grund, warum der Umbau technisch überhaupt nötig war.

Typische Fallstricke und ihre Lösung

  • Update ohne Backup/Staging: Gerade der Sprung auf Divi 5 kann bei komplexen Layouts oder Drittanbieter-Modulen zu Darstellungsfehlern führen. Lösung: zuerst auf einer Staging-Umgebung testen, Kompatibilität der eingesetzten Plugins prüfen, dann live gehen.
  • DSGVO vergessen: Frisch installiertes Divi lädt externe Fonts. Lösung: direkt nach der Installation lokal umstellen (siehe oben).
  • Zu viele Module = langsame Seite: Sehr verschachtelte Sektionen kosten Ladezeit. Lösung: Performance-Optionen aktivieren, Bilder komprimieren, unnötige Module entfernen.
  • Lizenzfrage beim Kunden ungeklärt: Wer zahlt künftige Updates? Lösung: vor Projektstart schriftlich festhalten.

FAQ

Ist Divi kostenlos? Nein. Divi erfordert eine Mitgliedschaft bei Elegant Themes – entweder rund 89 $ pro Jahr oder rund 249 $ einmalig für eine Lifetime-Lizenz. Es gibt keine dauerhaft kostenlose Version, aber eine Geld-zurück-Garantie zum Testen.

Muss ich Divi für jede Website einzeln kaufen? Nein. Eine Lizenz – ob Jahres- oder Lifetime-Variante – erlaubt den Einsatz auf beliebig vielen eigenen und Kundenseiten. Das macht Divi besonders für Agenturen und Freelancer wirtschaftlich.

Divi 4 oder Divi 5 – womit anfangen? Für neue Projekte ist Divi 5 seit dem Stable-Release Anfang 2026 die Basis der Wahl (moderner Unterbau, bessere Performance). Bei bestehenden, komplexen Divi-4-Seiten lohnt ein kontrollierter Umstieg über eine Staging-Umgebung, solange Divi 4 noch unterstützt wird.

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