Wem gehört Bricks Builder? Codeer Limited und Thomas Ehrig
Bricks Builder gehört der Codeer Limited, einer eigenfinanzierten Gesellschaft im zyprischen Paphos. Alleiniger Direktor und Kopf hinter dem Produkt ist der deutsche Webentwickler Thomas Ehrig. Es gibt keine Investoren, keine Muttergesellschaft und keinen börsennotierten Konzern im Hintergrund – Bricks finanziert sich seit dem Start ausschließlich aus Lizenzverkäufen. Wer einen Website-Builder für Kundenprojekte auswählt, sollte diese Struktur kennen: Sie entscheidet mit über Weiterentwicklung, Reaktionszeit bei Sicherheitslücken und das Risiko eines plötzlichen Verkaufs. Nachfolgend stehen die belegbaren Fakten – Firma, Registernummer, Gründer, Preise, Lizenzen – und was daraus für Ihr Projekt folgt (Stand: Juli 2026).
Die harten Fakten zum Eigentümer
Bricks (offiziell „Bricks – Visual Site Builder for WordPress”) wird von der Codeer Limited entwickelt und vertrieben. Die Eckdaten stammen aus dem offiziellen Impressum und dem zyprischen Handelsregister:
- Firma: Codeer Limited
- Sitz: Gladstonos, 8046 Paphos, Zypern
- Handelsregister: HE 383869 (Cyprus Company Register), eingetragen 2018
- USt-IdNr.: CY10383869C
- Direktor und Vertreter: Thomas Ehrig
- Finanzierung: bootstrapped, keine externen Kapitalgeber
Ein Detail lohnt die Aufmerksamkeit: Die Codeer Limited existiert seit 2018 – rund drei Jahre vor der ersten öffentlichen Bricks-Version im März 2021. Ehrig hat die Idee zu Bricks nach eigenen Angaben Ende 2017 entwickelt, die Firmengründung fällt genau in diese Phase. Die Gesellschaft war zuerst da, das fertige Produkt kam später: kein hastig aufgesetztes Vehikel, sondern von Beginn an eine reguläre Struktur.
Thomas Ehrig – der Entwickler hinter Bricks
Thomas Ehrig ist selbstständiger Webentwickler und Designer aus dem Raum Dresden und arbeitet nach eigenen Angaben seit 2008 mit WordPress – anfangs autodidaktisch. Er hat sich lange vor Bricks einen Namen gemacht: Sein Portfolio-Theme Worx schaffte es 2014 in die Top 100 auf CreativeMarket, auf ThemeForest erreichte er den Elite-Author-Status, und 2020 folgte das Media-Library-Plugin HappyFiles. Bricks ist damit nicht der Erstversuch eines Newcomers, sondern das Produkt von jemandem, der den WordPress-Markt und die Schwächen bestehender Builder aus über einem Jahrzehnt Praxis kennt.
Zum kleinen Kernteam gehört seit 2020 der Entwickler Luis Godinho. Bis heute ist Ehrig das Gesicht des Projekts: Er kommuniziert direkt in Forum und Discord, kündigt Releases an und tritt im Impressum als Vertreter der Codeer Limited auf. Das Team ist bewusst klein und remote gehalten; eine aktuelle Teamgröße weist Codeer nicht aus. Mehr zu Werdegang und Team lesen Sie unter /wer-steckt-hinter-bricks-builder/.
Warum eine Firma auf Zypern?
Ein Zypern-Sitz ist bei international arbeitenden Software- und Ein-Personen-Unternehmen keine Seltenheit. Für Sie als Kunde zählt vor allem eines: Ihr Vertragspartner beim Lizenzkauf ist die Codeer Limited, nicht eine deutsche GmbH. Rechnung, USt-Ausweis (zyprische ID CY10383869C) und Support laufen über dieses Unternehmen – mit den steuerlichen Folgen, die weiter unten beschrieben sind.
Wichtig zur Einordnung ist eine häufige Verwechslung: Im britischen Handelsregister (Companies House) existiert eine „BRICKS BUILDER LTD” (Firmennummer 13942375, London, eingetragen 2022). Diese hat mit dem Page-Builder nichts zu tun. Sie wird von einer anderen Person geführt und weist keine Verbindung zu Thomas Ehrig oder zur Codeer Limited auf. Maßgeblich ist ausschließlich die im offiziellen Impressum genannte Codeer Limited (HE 383869).
So prüfen Sie selbst, wer hinter einem WordPress-Produkt steht
Die Bricks-Verwechslung zeigt, warum sich eine eigene Prüfung lohnt, bevor Sie sich an ein Werkzeug binden. Die folgende Reihenfolge funktioniert bei fast jedem kommerziellen Plugin oder Theme:
- Impressum bzw. „Legal”-Seite öffnen. Seriöse Anbieter nennen Firma, Sitz, Registernummer und eine verantwortliche Person. Fehlt das komplett, ist das ein Warnsignal.
- Registernummer im richtigen Register nachschlagen. Für Zypern nutzen Sie das Register unter i-cyprus.com oder den offiziellen Registrar, für Großbritannien Companies House, für Deutschland das Handelsregister. Bei Bricks führt HE 383869 direkt zur Codeer Limited.
- Namensgleichheit von Identität trennen. Eine gleichnamige Firma in einem anderen Land muss nichts mit dem Produkt zu tun haben – genau das ist bei der Londoner „BRICKS BUILDER LTD” der Fall.
- Finanzierung recherchieren. Über Datenbanken wie Crunchbase oder Tracxn und über Pressemeldungen erkennen Sie, ob Wagniskapital im Spiel ist. Fehlanzeige bedeutet in der Regel: bootstrapped.
- Wartungssignale prüfen. Wie oft erscheint ein Changelog-Eintrag? Wie schnell wurde in der Vergangenheit auf gemeldete Sicherheitslücken reagiert? Diese Frequenz sagt mehr über Verlässlichkeit als jede Marketingaussage.
Theme statt Plugin – und warum das zur Eigentümerfrage gehört
Anders als Elementor oder Divi wird Bricks als WordPress-Theme ausgeliefert, nicht als Plugin. Der Builder ist damit die Grundlage der Website und nicht eine Ebene darüber. Ehrig begründet das mit dem „All-in-one”-Gedanken: Wer Bricks nutzt, muss sich nicht zusätzlich für ein passendes Theme entscheiden. Für die Eigentümer- und Abhängigkeitsfrage hat das zwei Konsequenzen:
- Ihre Inhalte gehören Ihnen. Texte, Bilder und die Datenbank liegen in Ihrer eigenen WordPress-Installation, nicht bei Codeer. Sie sind kein SaaS-Kunde eines geschlossenen Baukastens wie Wix, sondern betreiben eine selbst gehostete Website.
- Die Ausgabe ist an Bricks gebunden. Weil Bricks das Theme ist, hängt das Rendering Ihrer Seiten am Builder. Ein späterer Umzug auf ein anderes System ist möglich, aber – wie bei jedem Builder – mit Aufwand verbunden. Genau deshalb lohnt es sich, den Anbieter und seine Stabilität zu kennen, bevor man sich bindet. Welche technische Basis WordPress selbst nutzt, erklärt /welches-framework-nutzt-wordpress/.
Bootstrapped statt Risikokapital – im direkten Vergleich
Der entscheidende Unterschied zu vielen Wettbewerbern liegt in der Finanzierung. Bricks ist bootstrapped – finanziert aus laufenden Lizenzverkäufen, ohne Fremdkapital; laut Ehrig lief das Wachstum über Mundpropaganda statt bezahltes Marketing. Elementor dagegen hat rund 65 Mio. US-Dollar Risikokapital aufgenommen (15 Mio. 2020 unter Führung von Lightspeed Venture Partners, weitere 50 Mio. 2022). Wie unterschiedlich die Eigentümerstrukturen der großen Builder sind, zeigt der Vergleich:
| Builder | Firma / Eigentümer | Sitz | Finanzierung | Auslieferung |
|---|---|---|---|---|
| Bricks | Codeer Limited (Thomas Ehrig) | Paphos, Zypern | bootstrapped | WordPress-Theme (self-hosted) |
| Elementor | Elementor Ltd. | Israel | ~65 Mio. $ Risikokapital | WordPress-Plugin (self-hosted) |
| Divi | Elegant Themes (Nick Roach) | USA | eigenfinanziert, privat gehalten | WordPress-Plugin (self-hosted) |
| Wix | Wix.com Ltd. | Israel | börsennotiert (NASDAQ: WIX) | SaaS (gehostet, kein WordPress) |
Wohin Preisdruck und Renditeerwartungen bei einem fremdfinanzierten Anbieter führen können, zeigt /was-ist-der-nachteil-der-verwendung-von-elementor/. Konkret sichtbar wird die Unabhängigkeit von Bricks an drei Punkten:
- Community-getriebene Roadmap. Nutzer reichen Feature-Wünsche ein, stimmen ab und kommentieren; die beliebtesten Ideen landen auf der offiziellen Roadmap. Die Entwicklung folgt nicht Renditevorgaben von Investoren.
- Kein eingebauter Verkaufsdruck. Ohne externe Kapitalgeber gibt es keinen Zwang zum schnellen Exit. Das senkt das Risiko eines plötzlichen Verkaufs an einen Hosting-Konzern – ein Szenario, das die WordPress-Welt bei anderen Plugins mehrfach erlebt hat.
- Lizenzmodell in eigener Hand. Bricks bietet Jahres- und unbefristete Lifetime-Lizenzen an. Solche Modelle sind nur tragfähig, wenn ein Anbieter langfristig und ohne fremde Renditeerwartung plant.
Eine Garantie ist das nicht – auch ein eigenfinanziertes Unternehmen kann verkauft werden oder die Entwicklung einstellen. Aber die Struktur macht kurzfristige, investorengetriebene Kehrtwenden unwahrscheinlicher als bei stark fremdfinanzierten Konkurrenten. Dass die Entwicklung 2026 aktiv weiterläuft, belegt die Release-Kadenz: Version 2.2 brachte Anfang Februar 2026 mit dem zentralen Style Manager ein Design-System-Update, das Theme Styles, Klassen, CSS-Variablen sowie Farb-, Typografie- und Abstands-Skalen an einer Stelle bündelt. Version 2.3 folgte am 18. März 2026 und kann eingefügten HTML- und CSS-Code automatisch in native Bricks-Elemente, Klassen und Variablen umwandeln. Die stabile Version 2.3.9 erschien am 9. Juli 2026.
Der Ernstfall: Reaktion auf eine kritische Sicherheitslücke
Wie viel eine kleine Firma taugt, zeigt sich im Krisenfall. Bricks hatte einen: Im Februar 2024 wurde mit CVE-2024-25600 eine kritische Sicherheitslücke bekannt – der CVSS-Score liegt bei 9,8 (Patchstack) bzw. 10,0 nach dem NVD, also praktisch die Höchstbewertung für eine unauthentifizierte Remote Code Execution. Ursache war ein Zusammenspiel zweier Fehler: Der REST-API-Endpunkt render_element prüfte nur eine öffentlich im Seiten-Quelltext einsehbare Nonce statt einer echten Authentifizierung, und die Funktion prepare_query_vars_from_settings führte übergebene Werte per eval() aus. Dadurch konnte ein nicht angemeldeter Angreifer beliebigen PHP-Code ausführen. Betroffen waren alle Versionen bis einschließlich 1.9.6.
Der zeitliche Ablauf ist aufschlussreich: Die Lücke wurde am 10. Februar 2024 gemeldet, der Patch erschien bereits am 13. Februar 2024 mit Version 1.9.6.1 und wurde als automatisches Update ausgerollt; die ersten aktiven Angriffe wurden ab dem 14. Februar beobachtet – teils mit Schadcode, der Sicherheits-Plugins wie Wordfence oder Sucuri gezielt deaktivierte. Der Fix ergänzte eine echte Rechteprüfung (render_element_permissions_check) und eine Bereinigung des übergebenen PHP-Codes (Helpers::sanitize_element_php_code). Ein Ein-Personen-geführtes, bootstrapped Unternehmen hat also innerhalb von rund drei Tagen reagiert und ein Zwangs-Update verteilt – schneller, als es manch größerer Anbieter geschafft hätte. Für Sie folgt daraus zweierlei: Die Reaktionsfähigkeit spricht für den Anbieter, aber die Verantwortung, Theme und Plugins zeitnah zu aktualisieren, bleibt bei Ihnen.
Preise und Lizenzen 2026
Weil Ihr Verhältnis zu Codeer über die Lizenz geregelt wird, gehören die aktuellen Konditionen zur Eigentümerfrage dazu. Alle Preise sind in US-Dollar ausgewiesen und verstehen sich zzgl. eventueller Umsatzsteuer; jeder Tarif enthält den vollen Funktionsumfang (110+ Elemente).
| Tarif | Preis | Websites | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Starter | 79 $/Jahr | 1 | Einstieg für ein einzelnes Projekt |
| Business | 149 $/Jahr | 3 | Für mehrere eigene Seiten |
| Agency | 249 $/Jahr | unbegrenzt | Eintrag im Bricks-Expert-Verzeichnis möglich |
| Ultimate | 599 $ einmalig | unbegrenzt | Lifetime-Updates und -Support, Expert-Eintrag |
Ergänzend gilt: Für alle Tarife gibt es eine 60-Tage-Geld-zurück-Garantie, und lokale sowie Staging-Installationen zählen nicht gegen das Lizenzlimit. Wirtschaftlich rechnet sich die Ultimate-Lizenz gegenüber dem Agency-Abo nach rund 2,4 Jahren (599 $ ÷ 249 $/Jahr) – wer langfristig mit Bricks plant, fährt mit der Einmalzahlung günstiger. Eine ausführliche Kostenrechnung samt Beispielen finden Sie unter /wie-viel-kostet-bricks-builder-fuer-wordpress/, die Installation Schritt für Schritt unter /wie-installiere-ich-bricks-builder/.
Was bedeutet das für Ihr Projekt?
Wenn Sie Bricks für eine Kundenwebsite oder Ihr eigenes Unternehmen einsetzen, sind vor allem diese Punkte praxisrelevant:
- Ein Anbieter, ein Vertragspartner: Bei Lizenz-, Rechnungs- und Rechtsfragen ist die Codeer Limited zuständig. Für die USt-Behandlung als deutsches Unternehmen prüfen Sie das Reverse-Charge-Verfahren mit Ihrem Steuerberater – bei einem EU-Anbieter außerhalb Deutschlands greift in der Regel die Steuerschuldumkehr, Sie benötigen dafür eine eigene USt-IdNr.
- DSGVO bleibt Ihre Aufgabe: Bricks ist ein Werkzeug. Ob Ihre Seite datenschutzkonform ist – Cookie-Consent, Fonts lokal einbinden, externe Skripte vermeiden –, hängt an Ihrer Umsetzung, nicht am Builder. Die konkreten Stellschrauben behandelt /ist-bricks-builder-dsgvo-konform/.
- Support über Community und Anbieter: Es gibt ein aktives Forum und einen Discord; kritische Bugs adressiert das Kernteam direkt, wie der Sicherheitsvorfall 2024 gezeigt hat.
- Updates konsequent einspielen: Da Bricks das Theme stellt, ist ein aktueller Stand nicht optional. Aktivieren Sie automatische Updates oder planen Sie ein regelmäßiges Wartungsfenster ein.
FAQ
Ist Bricks Builder Open Source bzw. GPL-lizenziert? Bricks ist ein kommerzielles Produkt, das kostenpflichtig lizenziert wird. Wie bei WordPress-Themes üblich unterliegt der PHP-Code als abgeleitetes Werk von WordPress der GPL; Sie können ihn also grundsätzlich einsehen und anpassen. Design, Grafiken und weitere Assets bleiben dagegen geschütztes Eigentum, und die Lizenz selbst ist laut Nutzungsbedingungen nicht-exklusiv, nicht-übertragbar und nicht unterlizenzierbar. Eine gültige Lizenz benötigen Sie für Updates und Support in jedem Fall.
Gibt es Investoren, oder wurde Bricks verkauft? Nein. Bricks ist bootstrapped und wird von der privat gehaltenen Codeer Limited entwickelt. Es gibt keine bekannten externen Kapitalgeber und keinen Verkauf an einen Dritten.
Wo hat der Anbieter seinen Firmensitz? Die operative Gesellschaft Codeer Limited sitzt in Paphos, Zypern (Handelsregister HE 383869, USt-IdNr. CY10383869C), und wird vom Gründer Thomas Ehrig als Direktor vertreten.
Was passiert mit meiner Lizenz, wenn Codeer den Betrieb einstellt? Ihre bereits installierte Bricks-Version läuft technisch weiter, denn Theme und Inhalte liegen auf Ihrem eigenen Server. Wegfallen würden künftige Updates und der offizielle Support – deshalb ist die Frage nach der Anbieterstabilität berechtigt. Das geringe Exit-Risiko eines bootstrapped Anbieters ist hier ein Vorteil, aber keine Garantie.
Ist Bricks nach der Sicherheitslücke von 2024 noch sicher? Die Lücke CVE-2024-25600 wurde im Februar 2024 mit Version 1.9.6.1 innerhalb weniger Tage geschlossen. Wer aktuelle Versionen einspielt, ist davon nicht betroffen. Kein serverseitiges Software-Produkt ist grundsätzlich frei von Schwachstellen; entscheidend ist die schnelle Reaktion – und die war hier gegeben.
Lohnt sich die Lifetime-Lizenz gegenüber dem Abo? Rein rechnerisch amortisiert sich die Ultimate-Lizenz (599 $ einmalig) gegenüber dem Agency-Abo (249 $/Jahr) nach etwa 2,4 Jahren. Wenn Sie Bricks dauerhaft einsetzen, ist die Einmalzahlung die günstigere und planungssicherere Wahl.
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