Photovoltaik-Rechner 2026 – Größe, Ertrag & Ersparnis berechnen
Bevor du dir eine Solaranlage aufs Dach holst, willst du drei Dinge wissen: Wie groß muss sie sein, was bringt sie – und ab wann rechnet sie sich? Genau dafür ist ein Photovoltaik-Rechner da. In wenigen Minuten bekommst du eine erste Einschätzung zu Anlagengröße (in kWp), Jahresertrag, Eigenverbrauch und möglicher Ersparnis, ohne dass du gleich einen Termin mit einem Fachbetrieb brauchst.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du unseren PV-Rechner richtig nutzt, welche Angaben du bereithalten solltest und mit welchen Faustregeln du das Ergebnis einordnest. Wichtig vorweg: Ein Rechner liefert immer nur eine Schätzung. Für belastbare Zahlen brauchst du am Ende ein individuelles Angebot. Einen kompletten Überblick über das Thema findest du in unserem Photovoltaik-Ratgeber.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Photovoltaik-Rechner liefert eine schnelle Schätzung zu Anlagengröße, Ertrag und Ersparnis – ein individuelles Angebot ersetzt er nicht.
- Faustregel Ertrag: 1 kWp bringt in Deutschland rund 950–1.050 kWh Strom pro Jahr.
- Speicher-Faustregel: rund 1–1,5 kWh Speicherkapazität je kWp Anlagenleistung.
- Der eigentliche Werttreiber ist der Eigenverbrauch (spart ~31 ct/kWh Netzstrom), nicht die Einspeisung.
- Kosten 2026: grob 1.300–1.800 €/kWp ohne Speicher – stark projektabhängig, Angebot nötig (Stand 2026).
- Wichtig fürs Rechnen: dein echter Jahresverbrauch in kWh (Stromrechnung), nicht pauschale Personen-Faustregeln.
Was ein Photovoltaik-Rechner kann – und wo seine Grenzen liegen
Ein Photovoltaik-Rechner ist ein Planungswerkzeug für den ersten Überblick. Auf Basis weniger Angaben schätzt er:
- die passende Anlagengröße in kWp,
- den zu erwartenden Jahresertrag in kWh,
- Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad (mit oder ohne Speicher),
- die ungefähre Ersparnis pro Jahr,
- einen groben Kostenrahmen und die Amortisationszeit.
So praktisch das ist – ein Rechner hat klare Grenzen, die du kennen solltest:
- Er arbeitet mit Durchschnitts- und Richtwerten, nicht mit deinem realen Dach.
- Verschattung, Dachstatik, Kabelwege oder ein alter Zählerschrank fließen nicht ein.
- Preise sind projektabhängig und lassen sich nur grob abschätzen.
- Ein Vor-Ort-Termin und ein individuelles Angebot lassen sich dadurch nicht ersetzen.
Nutze das Ergebnis als fundierte Hausnummer für Angebotsgespräche – nicht als verbindliche Zusage. Ob sich die Investition für dich lohnt, vertiefst du im Beitrag Photovoltaik – lohnt sich das?.
Photovoltaik-Rechner nutzen: Schritt für Schritt zur Dimensionierung
Damit der PV-Rechner ein brauchbares Ergebnis ausgibt, kommt es auf ein paar wenige, aber wichtige Eingaben an. Halte am besten deine letzte Stromrechnung bereit.
So gehst du vor:
- Standort/Postleitzahl eingeben. Daraus schätzt der Rechner die regionale Sonneneinstrahlung – im Süden Deutschlands etwas höher als im Norden.
- Dachdaten angeben: nutzbare Dachfläche, Ausrichtung (Süd, Ost-West, …) und Neigung. Diese Werte bestimmen, wie viel Leistung aufs Dach passt und wie hoch der Ertrag ausfällt.
- Jahresstromverbrauch in kWh eintragen. Der Wert steht auf deiner Stromrechnung. Plane Zuschläge ein, wenn eine Wärmepumpe oder ein E-Auto geplant ist – beide erhöhen den Verbrauch deutlich.
- Speicher wählen: mit oder ohne Batteriespeicher. Ein Speicher verändert Eigenverbrauch, Autarkie und Kosten spürbar.
Als Ergebnis bekommst du eine empfohlene Anlagengröße, den geschätzten Jahresertrag, die Eigenverbrauchsquote, den Autarkiegrad, einen groben Kostenrahmen und die ungefähre Amortisationszeit. Je genauer dein Jahresverbrauch, desto belastbarer die Ersparnis-Schätzung.
Faustregeln: Wie groß sollte deine PV-Anlage sein?
Auch ohne Rechner kannst du die Größenordnung mit ein paar Daumenwerten abschätzen.
Wieviel kWp pro Person?
Diese Frage taucht oft auf – und die ehrliche Antwort lautet: Rechne besser nach deinem echten Stromverbrauch als nach Personen. Als schnelle Orientierung kursiert die Faustregel „rund 1 kWp pro Person im Haushalt”. Sie ist aber grob und blendet die wichtigsten Verbrauchstreiber aus. Ein Single mit Wärmepumpe und E-Auto braucht mehr Leistung als eine vierköpfige Familie ohne beides.
Verlässlicher ist der Blick auf die Stromrechnung: Nimm deinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh) als Ausgangspunkt und plane Zuschläge ein, wenn in den nächsten Jahren eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommen. Genau nach diesem Wert fragt auch der Rechner.
Faustregel Ertrag: 1 kWp ≈ 950–1.050 kWh pro Jahr
In Deutschland liefert 1 kWp installierte Leistung je nach Region, Dachausrichtung und Neigung rund 950 bis 1.050 kWh Strom pro Jahr. Eine 8-kWp-Anlage erzeugt also grob 7.600 bis 8.400 kWh jährlich. Ein nach Süden ausgerichtetes, unverschattetes Dach liegt eher am oberen Ende; eine Ost-West-Anlage etwas darunter – dafür verteilt sie den Ertrag gleichmäßiger über den Tag, was dem Eigenverbrauch zugutekommt.
Speicher-Faustregel: 1–1,5 kWh je kWp
Für die Speichergröße gilt als Daumenwert: rund 1 bis 1,5 kWh nutzbare Kapazität je kWp Anlagenleistung.
| PV-Leistung | Speicher-Faustregel (1–1,5 kWh/kWp) |
|---|---|
| 5 kWp | ca. 5–7,5 kWh |
| 8 kWp | ca. 8–12 kWh |
| 10 kWp | ca. 10–15 kWh |
Größer ist nicht automatisch besser: Ein überdimensionierter Speicher wird selten voll und rechnet sich schlechter. Wirtschaftlich ist ein Heimspeicher aktuell meist nur unter rund 600 €/kWh – viele Angebote liegen darüber. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Stromspeicher-Kosten 2026.
Photovoltaik-Dachfläche berechnen
Wie viele Module aufs Dach passen, entscheidet mit über die Anlagengröße. Um deine Photovoltaik-Dachfläche zu berechnen, gehst du in drei Schritten vor:
- Nutzbare Fläche bestimmen. Miss die Dachfläche und ziehe alles ab, was nicht belegt werden kann: Dachfenster, Kamin, Gauben, Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude sowie die vorgeschriebenen Randabstände. Die nutzbare Fläche ist dadurch oft spürbar kleiner als die Bruttodachfläche.
- Flächenbedarf ansetzen. Ein modernes Modul belegt grob 1,7 bis 2 m². Als grobe Orientierung brauchst du rund 5 bis 7 m² Dachfläche je kWp – der genaue Wert hängt stark vom Modultyp und Wirkungsgrad ab.
- Teilen. Nutzbare Fläche geteilt durch den Flächenbedarf ergibt die ungefähr mögliche Leistung.
Der Rechner nimmt dir diese Abschätzung ab, wenn du Dachmaße und Ausrichtung einträgst. Die folgende Tabelle dient nur der groben Orientierung:
| Nutzbare Dachfläche | Mögliche Leistung (grob) | Ungefährer Jahresertrag |
|---|---|---|
| ca. 20 m² | ~3–4 kWp | ~2.900–4.200 kWh |
| ca. 40 m² | ~6–8 kWp | ~5.700–8.400 kWh |
| ca. 60 m² | ~9–12 kWp | ~8.550–12.600 kWh |
Die Werte sind gerundet und modellabhängig; moderne Hochleistungsmodule brauchen weniger Fläche. Für die exakte Belegung ist eine Vor-Ort-Planung nötig. Eine volle Dachfläche ist zudem nicht automatisch optimal – entscheidend ist, wie viel des Stroms du selbst nutzt (siehe nächster Abschnitt).
Ertrag, Eigenverbrauch & Ersparnis: Was die Anlage wirklich bringt
Der spannendste Wert im Rechner ist die Ersparnis – und die entsteht vor allem durch Eigenverbrauch, nicht durch die Einspeisung. Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, ersetzt teuren Netzstrom für rund 31 ct/kWh (Stand 2026). Speist du dieselbe Kilowattstunde ins Netz, bekommst du dafür bei einer Anlage unter 10 kWp aktuell nur 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung). Selbst genutzter Strom ist also grob viermal so wertvoll wie eingespeister.
Deshalb gilt: Nicht die größtmögliche Anlage ist optimal, sondern die, deren Strom du möglichst gut selbst verbrauchst. Ein Speicher hebt die Eigenverbrauchsquote deutlich – mit einem 10-kWh-Speicher sind Eigenverbrauchsquoten von 60 bis 75 % und ein Autarkiegrad von 55 bis 70 % realistisch. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch klar niedriger, weil der meiste Strom mittags anfällt, wenn kaum jemand zu Hause ist. Wie du deinen Anteil steigerst, liest du im Ratgeber Eigenverbrauch optimieren.
Bei guter Nutzung amortisiert sich eine PV-Anlage in rund 7 bis 9 Jahren. Die festen Einspeisevergütungssätze gelten seit Februar 2026 und sind für 20 Jahre garantiert:
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| unter 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh |
| 10–40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Mehr Details in unserem Beitrag zur Einspeisevergütung 2026. Die nächste turnusmäßige Absenkung von rund 1 % ist zum 1. August 2026 vorgesehen.
Was kostet die Anlage? Kosten-Richtwerte 2026
Auch eine grobe Kostenspanne spuckt der Rechner aus – die solltest du aber als Hausnummer verstehen, nicht als Angebot. PV-Preise sind stark projektabhängig (Dach, Region, Technik, Handwerkerauslastung). Als Richtwerte für schlüsselfertige Anlagen (Stand 2026):
| Position | Richtwert 2026 (schlüsselfertig) |
|---|---|
| Preis je kWp (ohne Speicher) | ca. 1.300–1.800 €/kWp |
| Anlage 8–10 kWp (ohne Speicher) | ca. 12.000–19.000 € |
| Anlage 8–10 kWp (mit 8–10-kWh-Speicher) | ca. 19.000–28.000 € |
| Heimspeicher (Richtwert) | ca. 315 €/kWh; 10-kWh-Speicher ~3.000–5.000 € |
Alle Preise sind Spannen (Stand 2026) und tagesaktuell zu prüfen – ein belastbarer Preis ergibt sich erst aus einem individuellen Angebot. Details findest du unter Photovoltaik-Kosten und Photovoltaik mit Speicher – Kosten.
Steuerlich bleibt es 2026 entspannt: Auf PV-Komponenten gilt weiterhin der Nullsteuersatz (0 % Umsatzsteuer), und Anlagen bis 30 kWp sind von der Einkommensteuer befreit. Für die meisten privaten Dachanlagen fällt dadurch kaum Steueraufwand an (mehr dazu: Photovoltaik-Steuer 2026).
Wichtig zur Einordnung: Miet- oder Pachtmodelle (etwa von Anbietern wie Enpal) ermöglichen den Einstieg ohne Eigenkapital, sind über die Laufzeit aber meist teurer als der Kauf.
Transparenz-Hinweis: Über den Angebots-Button vermitteln wir deine unverbindliche Anfrage an Fachbetriebe. Für dich ist das kostenlos; wir können dafür eine Vergütung erhalten.
Einspeisevergütung, Anmeldung & was 2027 geplant ist
Ein Rechner zeigt dir Zahlen – die Rahmenbedingungen musst du selbst im Blick behalten.
Absenkung 2026 (beschlossen): Die festen Vergütungssätze sinken turnusmäßig weiter, als Nächstes um rund 1 % zum 1. August 2026. Wer früher anschließt, sichert sich den höheren Satz für 20 Jahre.
Wegfall ab 2027 (geplant, nicht beschlossen): Nach einem Arbeitsentwurf des BMWK soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab dem 1. Januar 2027 wegfallen. Das ist bislang nur ein Entwurf und noch nicht beschlossen – rechtlich verbindlich ist bis dahin die geltende Vergütung.
Anmeldung nicht vergessen: Anders als ein Balkonkraftwerk musst du eine große PV-Anlage sowohl beim Netzbetreiber (Netzanschluss/Anmeldung) als auch im Marktstammdatenregister (MaStR) registrieren. Wie das abläuft, erklärt der Beitrag Photovoltaik anmelden. Für Einsteiger, die klein anfangen wollen, ist ein Balkonkraftwerk die unkompliziertere Alternative – dort entfällt der Weg über den Netzbetreiber.
PV-Pflicht beachten: In mehreren Bundesländern gilt bei Neubau oder Dachsanierung inzwischen eine Photovoltaik-Pflicht. Der genaue Stand unterscheidet sich je Land – prüfe die Regelung für dein Bundesland.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie genau ist ein Photovoltaik-Rechner? Er liefert eine gute Orientierung auf Basis von Durchschnittswerten, aber keine verbindliche Zahl. Dein reales Dach, Verschattung und tagesaktuelle Preise fließen nicht voll ein. Für belastbare Werte brauchst du ein individuelles Angebot vom Fachbetrieb.
Wieviel kWp pro Person brauche ich? Als grobe Orientierung wird oft „rund 1 kWp pro Person” genannt. Verlässlicher ist dein tatsächlicher Jahresverbrauch in kWh von der Stromrechnung. Plane Zuschläge ein, wenn eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt.
Wie viel Dachfläche brauche ich pro kWp? Als grobe Orientierung rund 5 bis 7 m² je kWp, stark modellabhängig – ein Modul belegt etwa 1,7 bis 2 m². Beachte, dass die nutzbare Fläche wegen Kamin, Dachfenstern und Randabständen kleiner ist als die gesamte Dachfläche.
Lohnt sich ein Speicher laut Rechner? Ein Speicher hebt Eigenverbrauch und Autarkie deutlich (mit 10 kWh grob 60–75 % Eigenverbrauch und 55–70 % Autarkie). Wirtschaftlich ist er aber meist nur unter rund 600 €/kWh. Als Faustregel gilt 1–1,5 kWh je kWp. Mehr dazu: Photovoltaik mit Speicher – Kosten.
Was kostet eine PV-Anlage 2026? Grob 1.300–1.800 €/kWp ohne Speicher; eine typische 8–10-kWp-Anlage liegt bei rund 12.000–19.000 € ohne und 19.000–28.000 € mit Speicher (Stand 2026). Die Preise schwanken stark und sind projektabhängig – hol dir ein individuelles Angebot.
Muss ich meine PV-Anlage anmelden? Ja. Eine große Dachanlage meldest du beim Netzbetreiber an und registrierst sie im Marktstammdatenregister (MaStR). Das ist anders als beim Balkonkraftwerk, wo der Weg über den Netzbetreiber entfällt. Details: Photovoltaik anmelden.
Fällt die Einspeisevergütung 2027 weg? Geplant ist es: Nach einem Arbeitsentwurf des BMWK soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab dem 1. Januar 2027 entfallen. Beschlossen ist das noch nicht. Aktuell angeschlossene Anlagen behalten ihren festen Satz für 20 Jahre.
Quellen
- Bundesnetzagentur – Einspeisevergütung und Marktstammdatenregister (MaStR)
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) – Arbeitsentwurf zur Weiterentwicklung des EEG
- Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), geltende Fassung 2026
- Verbraucherzentrale – Photovoltaik, Eigenverbrauch und Speicher
- Eigene Richtwerte und Berechnungen der weswegen.de-Redaktion (Kostenspannen stark projektabhängig)
Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.