Einspeisevergütung 2026 – aktuelle Sätze, Tabelle und Berechnung

Energie

Die Einspeisevergütung 2026 entscheidet mit darüber, wie viel Geld du für den Solarstrom bekommst, den du nicht selbst verbrauchst, sondern ins öffentliche Netz einspeist. Seit Februar 2026 gelten feste Sätze, die für neue Anlagen 20 Jahre lang garantiert sind – ein wichtiger Planungsanker in einer Zeit, in der sich bei der Förderung von Photovoltaik einiges bewegt.

In diesem Ratgeber findest du die aktuellen Sätze übersichtlich in einer Tabelle, eine nachvollziehbare Berechnung mit Rechenbeispiel und eine ehrliche Einordnung, warum die Einspeisevergütung nicht mehr der wichtigste Hebel für die Wirtschaftlichkeit ist. Außerdem erklären wir, was sich zum 1. August 2026 ändert und welcher Umbruch für 2027 geplant – aber noch nicht beschlossen – ist.

Dieser Beitrag ist Teil unseres großen Photovoltaik-Ratgebers. Dort findest du alle Themen rund um Planung, Kosten und Betrieb einer Solaranlage gebündelt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Februar 2026 gelten feste Vergütungssätze, die für jede neue Anlage 20 Jahre garantiert bleiben.
  • Unter 10 kWp: 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 12,34 ct/kWh (Volleinspeisung). 10 bis 40 kWp: 6,73 ct (Teil) bzw. 10,35 ct (Voll).
  • Zum 1. August 2026 sinken die Sätze planmäßig um rund 1 % (beschlossene Degression).
  • Geplant, aber noch nicht beschlossen: Für neue Anlagen unter 25 kWp soll die feste Einspeisevergütung ab dem 1. Januar 2027 wegfallen.
  • Der eigentliche Werttreiber ist dein Eigenverbrauch: Er ersetzt teuren Netzstrom (rund 31 ct/kWh im Jahr 2026) – nicht die vergleichsweise geringe Einspeisung.
  • Wer jetzt baut, sichert sich die heutigen Sätze für zwei Jahrzehnte und ist von späteren Änderungen unabhängig.

Was ist die Einspeisevergütung – und wie funktioniert sie?

Die Einspeisevergütung für Photovoltaik ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Sie ist der feste Betrag, den dein Netzbetreiber dir für jede ins öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom zahlt. Der Satz, der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt, bleibt anschließend 20 Jahre lang unverändert – plus dem Rest des Inbetriebnahmejahres. Das gibt dir eine verlässliche Kalkulationsgrundlage über die gesamte Laufzeit.

Dabei gibt es zwei Betriebsarten: Bei der Teileinspeisung (Überschusseinspeisung) verbrauchst du so viel Solarstrom wie möglich selbst und speist nur den Überschuss ein – der Standardfall für Privathaushalte. Bei der Volleinspeisung speist du den gesamten Strom ein und bekommst dafür einen höheren Satz. Zusätzlich gilt: Kleinere Anlagen werden pro Kilowattstunde besser vergütet als größere.

Einspeisevergütung 2026: Die aktuellen Sätze in der Tabelle

Die folgende Einspeisevergütung-Tabelle 2026 zeigt die festen Sätze, wie sie seit Februar 2026 gelten. Sie sind der Ausgangspunkt für jede Ertragsrechnung.

AnlagengrößeTeileinspeisung (Überschuss)Volleinspeisung
bis 10 kWp7,78 ct/kWh12,34 ct/kWh
10 bis 40 kWp6,73 ct/kWh10,35 ct/kWh

Stand: Juli 2026. Feste Sätze seit Februar 2026, jeweils 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert. Zum 1. August 2026 ist eine planmäßige Absenkung um rund 1 % vorgesehen – prüfe die tagesaktuellen Werte vor der Anmeldung.

Zwei Dinge fallen auf: Die Volleinspeisung wird besser vergütet als die Teileinspeisung – und die Sätze sind insgesamt niedrig. Mit 7,78 ct/kWh bekommst du für eingespeisten Strom nur einen Bruchteil dessen, was dich eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet. Genau daraus ergibt sich die entscheidende strategische Frage.

Teil- oder Volleinspeisung: Wo liegt der Unterschied?

Auf den ersten Blick klingt die Volleinspeisung attraktiv, weil der Satz höher ist. Für die allermeisten Haushalte ist die Teileinspeisung trotzdem die wirtschaftlichere Wahl: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde erspart dir den teuren Netzstrombezug von rund 31 ct/kWh (Stand 2026) – diesen Wert erreicht keine Einspeisevergütung.

Ein Beispiel: Verbrauchst du eine Kilowattstunde selbst, sparst du rund 31 ct – speist du sie ein, bekommst du bei Teileinspeisung nur 7,78 ct. Der Eigenverbrauch ist also rund viermal so viel wert.

Die Volleinspeisung lohnt sich vor allem in Sonderfällen – etwa wenn du tagsüber kaum Strom verbrauchst oder eine zweite Anlage gezielt als Volleinspeiser betreibst. Für ein normal bewohntes Einfamilienhaus ist die Teileinspeisung fast immer sinnvoller. Wie du den Eigenverbrauch gezielt erhöhst, liest du unter Photovoltaik-Eigenverbrauch.

Einspeisevergütung berechnen – mit Rechenbeispiel

Um deine Einspeisevergütung zu berechnen, brauchst du drei Werte: den Jahresertrag der Anlage, deinen Eigenverbrauchsanteil und den passenden Vergütungssatz. Als Faustregel liefert eine PV-Anlage in Deutschland rund 950 bis 1.050 kWh pro kWp und Jahr – abhängig von Region und Ausrichtung. Eine Südausrichtung ist optimal, Ost-West verteilt den Ertrag gleichmäßiger über den Tag.

Rechnen wir es an einer 9-kWp-Anlage ohne Speicher durch (Teileinspeisung, rund 1.000 kWh/kWp). Wie hoch der Eigenverbrauch ausfällt, hängt vom Haushalt ab – für dieses Beispiel nehmen wir 30 % an:

PositionWert
Anlagenleistung9 kWp
Jahresertrag (ca. 1.000 kWh/kWp)~9.000 kWh
Eigenverbrauch (Annahme ca. 30 %)~2.700 kWh
Einspeisung ins Netz~6.300 kWh
Einspeiseerlös (6.300 kWh × 7,78 ct)~490 €/Jahr
Ersparnis durch Eigenverbrauch (2.700 kWh × 31 ct)~837 €/Jahr
Wirtschaftlicher Nutzen gesamt~1.327 €/Jahr

Das Ergebnis zeigt es klar: Von rund 1.327 € Jahresnutzen stammen nur etwa 490 € aus der Einspeisevergütung – der größere Teil kommt aus dem eingesparten Netzstrom. Wer den Eigenverbrauch erhöht, etwa mit einem Speicher, verschiebt noch mehr Nutzen in die hochwertige Ersparnis. Für eine schnelle Schätzung kannst du unseren Photovoltaik-Rechner nutzen.

Warum dein Eigenverbrauch mehr wert ist als die Einspeisung

Die zentrale Erkenntnis für 2026 lautet: Nicht die Einspeisung, sondern der Eigenverbrauch entscheidet über die Wirtschaftlichkeit deiner Photovoltaikanlage. Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt statt einzuspeisen, ist ein kleiner Gewinn.

Hier kommt der Stromspeicher ins Spiel. Ohne Speicher bleibt der Eigenverbrauch begrenzt, weil die Sonne oft dann scheint, wenn im Haus wenig Strom gebraucht wird. Mit einem Heimspeicher von etwa 10 kWh steigt die Eigenverbrauchsquote typischerweise auf 60 bis 75 %, der Autarkiegrad auf 55 bis 70 %. Als Faustregel für die Dimensionierung gilt: rund 1 bis 1,5 kWh Speicher je kWp PV-Leistung.

Ein Speicher kostet allerdings Geld: Im Schnitt rund 315 €/kWh, ein 10-kWh-Speicher inklusive Installation etwa 3.000 bis 5.000 € (Stand 2026). Wirtschaftlich rechnet sich das meist erst unterhalb von rund 600 €/kWh – prüfe hier genau und hol dir ein individuelles Angebot ein. Mehr dazu unter Photovoltaik mit Speicher: Kosten und Stromspeicher-Kosten 2026. Bei guter Auslegung und hohem Eigenverbrauch amortisiert sich eine PV-Anlage in etwa 7 bis 9 Jahren.

Absenkung im August 2026 und der geplante Wegfall ab 2027

Bei der Einspeisevergütung musst du zwei Dinge klar auseinanderhalten – was beschlossen ist und was bislang nur geplant ist.

Beschlossen: Degression zum 1. August 2026

Die festen Sätze sinken regelmäßig in kleinen Schritten (sogenannte Degression). Zum 1. August 2026 ist eine Absenkung um rund 1 % vorgesehen. Wer die Anlage noch vor dem Stichtag in Betrieb nimmt, sichert sich den höheren Satz für die vollen 20 Jahre.

Geplant (noch nicht beschlossen): Wegfall der festen Vergütung ab 2027

Deutlich weitreichender ist ein Vorhaben aus einem Arbeitsentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Danach soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab dem 1. Januar 2027 wegfallen.

Ganz wichtig zur Einordnung: Dieser Wegfall ist bislang nur geplant und noch nicht beschlossen – ein Arbeitsentwurf, kein geltendes Recht, der sich bis zur endgültigen Entscheidung noch ändern kann. Sollte die Reform so kommen, würde sie ausschließlich neue Anlagen betreffen. Für alle Anlagen, die bis dahin in Betrieb gehen, bleibt der bei Inbetriebnahme gültige Satz die vollen 20 Jahre garantiert (Bestandsschutz). Genau das ist ein starkes Argument, eine geplante Anlage nicht unnötig lange aufzuschieben. Aktuelle Fördermöglichkeiten findest du zudem unter Photovoltaik-Förderung 2026.

Steuern, Anmeldung und Kosten: Das solltest du außerdem wissen

Rund um die Einspeisevergütung gibt es drei praktische Themen, die du gleich mitdenken solltest.

Steuern: Für die meisten privaten Anlagen fällt kaum Steueraufwand an. Auf PV-Komponenten gilt weiterhin der Nullsteuersatz (0 % Umsatzsteuer), und Anlagen bis 30 kWp sind von der Einkommensteuer befreit. Damit bleiben die Einspeiseerlöse steuerlich meist unkompliziert. Details klärt Photovoltaik und Steuer 2026.

Anmeldung: Eine reguläre Dachanlage musst du beim Netzbetreiber anmelden und zusätzlich im Marktstammdatenregister (MaStR) registrieren – anders als beim Balkonkraftwerk, wo der Netzbetreiber entfällt und nur die MaStR-Registrierung nötig ist. Einsteiger finden mehr im Balkonkraftwerk-Ratgeber; die Schritte für die große Anlage erklärt Photovoltaikanlage anmelden.

Kosten: Eine schlüsselfertige Anlage kostet 2026 grob 1.300 bis 1.800 €/kWp ohne Speicher (Stand 2026). Eine typische 8- bis 10-kWp-Anlage liegt bei etwa 12.000 bis 19.000 € ohne Speicher, mit 8- bis 10-kWh-Speicher bei rund 19.000 bis 28.000 €. Die Werte schwanken stark – ein individuelles Angebot ist immer nötig, vergleiche mehrere Angebote. Mehr unter Photovoltaik-Kosten 2026 und im Anbietervergleich.

Grenzen und Nachteile der Einspeisevergütung

So verlässlich die Einspeisevergütung ist – ihre Bedeutung für die Rendite sollte man nicht überschätzen. Diese Grenzen solltest du ehrlich einkalkulieren:

  • Die Sätze sind niedrig. Mit 7,78 ct/kWh ist reine Einspeisung wirtschaftlich unattraktiv – wer wenig selbst verbraucht, verschenkt Potenzial.
  • Die Vergütung sinkt kontinuierlich. Durch die halbjährliche Degression werden neue Anlagen Schritt für Schritt schlechter vergütet – für Bestandsanlagen ändert sich dank Garantie aber nichts.
  • Planungsunsicherheit durch die geplante Reform 2027. Solange der Wegfall der festen Vergütung nur ein Entwurf ist, bleibt offen, wie es für neue Anlagen ab 2027 genau weitergeht.
  • Volleinspeisung passt nur selten. Der höhere Satz klingt verlockend, rechnet sich für normale Haushalte aber meist schlechter als Eigenverbrauch.
  • Erträge schwanken. Je nach Region und Ausrichtung liegt der Ertrag bei 950 bis 1.050 kWh/kWp – das wirkt auf Einspeiseerlös und Eigenverbrauch.
  • Miet- und Pachtmodelle (etwa von Anbietern wie Enpal) ermöglichen den Einstieg ohne Eigenkapital, sind über die Laufzeit aber meist teurer als der Kauf.

Das Fazit bleibt trotzdem positiv: Photovoltaik lohnt sich 2026 weiterhin – nur in erster Linie über den Eigenverbrauch, nicht über die Einspeisung. Ob es sich für dich konkret rechnet, prüfst du am besten mit Lohnt sich Photovoltaik?.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026? Für Anlagen unter 10 kWp gelten 7,78 ct/kWh (Teileinspeisung) und 12,34 ct/kWh (Volleinspeisung), für 10 bis 40 kWp 6,73 ct bzw. 10,35 ct. Diese Sätze gelten seit Februar 2026; zum 1. August 2026 ist eine Absenkung um rund 1 % vorgesehen.

Wie lange ist die Einspeisevergütung garantiert? Der Satz, der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt, bleibt 20 Jahre lang garantiert – plus dem Rest des Inbetriebnahmejahres. Spätere Absenkungen oder Reformen betreffen deine bereits laufende Anlage nicht.

Teileinspeisung oder Volleinspeisung – was bringt mehr? Für die meisten Haushalte ist die Teileinspeisung wirtschaftlicher, weil jede selbst verbrauchte Kilowattstunde rund 31 ct Netzstrom spart – deutlich mehr als die 7,78 ct Einspeisevergütung. Volleinspeisung lohnt sich nur in Sonderfällen mit sehr geringem Eigenverbrauch.

Wird die Einspeisevergütung 2027 abgeschafft? Geplant ist, dass die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kWp ab dem 1. Januar 2027 wegfällt. Das steht bislang aber nur in einem Arbeitsentwurf des BMWK und ist noch nicht beschlossen. Bestehende Anlagen behalten ihre Vergütung für die vollen 20 Jahre.

Wie berechne ich meine Einspeisevergütung? Multipliziere die eingespeiste Strommenge (Jahresertrag minus Eigenverbrauch) mit dem passenden Satz. Beispiel: Speist eine 9-kWp-Anlage rund 6.300 kWh ein, ergibt das bei 7,78 ct rund 490 € im Jahr. Den größeren Nutzen liefert aber der eingesparte Netzstrom aus dem Eigenverbrauch.

Lohnt sich Photovoltaik trotz niedriger Einspeisevergütung noch? Ja. Der wirtschaftliche Kern liegt im Eigenverbrauch, der teuren Netzstrom ersetzt. Bei guter Auslegung und hohem Eigenverbrauch amortisiert sich eine Anlage in etwa 7 bis 9 Jahren – weitgehend unabhängig von der Höhe der Einspeisevergütung.

Muss ich die Einspeisevergütung versteuern? Für die meisten Privatanlagen fällt kaum Steueraufwand an: Es gilt der Nullsteuersatz auf PV-Komponenten, und Anlagen bis 30 kWp sind von der Einkommensteuer befreit. Prüfe deinen Einzelfall aber im Zweifel mit einer Steuerberatung.

Quellen

  • Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – Regelungen zu Vergütungssätzen und Degression
  • Bundesnetzagentur (BNetzA) – veröffentlichte Fördersätze und Registerdaten
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) – Arbeitsentwurf zur geplanten Reform 2027
  • Marktstammdatenregister (MaStR) – Registrierungspflicht für PV-Anlagen

Stand: Juli 2026. Angaben ohne Gewähr.