Kostenlose Clan-Website erstellen: Tools & DSGVO-Fallen
Ein Clan braucht selten ein großes Budget für eine eigene Website – aber er braucht die richtige Plattform, die passenden Funktionen und ein sauberes Impressum, sonst wird aus dem Hobby schnell eine Abmahnung. Welche Gratis-Tools 2026 wirklich taugen, welche Funktionen eine Clan-Seite tatsächlich braucht und wo die deutschen Rechtsfallen lauern – die Antworten stehen unten, sortiert nach Aufwand und Risiko.
Zuerst die Grundsatzfrage: Website oder reicht Discord?
Die meisten aktiven Clans organisieren sich längst über Discord: Sprachkanäle, Rollen, Ankündigungen, Bots für Anmeldungen. Discord ist kostenlos und deckt die interne Kommunikation vollständig ab. Was Discord nicht leistet: eine öffentliche, über Google auffindbare Visitenkarte. Genau dafür ist eine Website da – als Landingpage mit Clan-Name, Spiel, Achievements und einem klaren „Jetzt bewerben“-Button, den Sie in Foren, YouTube-Beschreibungen oder auf Twitch verlinken.
Faustregel: Discord ist der Maschinenraum, die Website das Schaufenster. Wer nur einen Invite-Link teilen will, kommt oft mit einer einzigen Landingpage aus. Wer Turnierergebnisse, einen Kader und einen Blog pflegen möchte, braucht ein echtes CMS.
Kostenlose Plattformen im Vergleich
Website-Baukästen (Wix, Jimdo, Weebly/Square)
Die klassischen Baukästen sind in wenigen Minuten startklar und brauchen keinerlei Technikwissen. Der Haken bei allen Gratis-Tarifen: Sie bekommen eine Anbieter-Subdomain (etwa clanname.wixsite.com), meist eingeblendete Werbung des Anbieters und keine eigene Domain. Für eine Testphase okay, für einen ernsthaften Clan-Auftritt eher nicht.
Google Sites und Carrd – schlicht, aber werbefrei
Google Sites ist mit jedem Google-Konto komplett kostenlos, blendet keine Werbung ein und lässt sich in einer halben Stunde befüllen. Die URL ist zwar sperrig (sites.google.com/view/...), eine eigene Domain lässt sich aber verbinden, wenn Sie eine besitzen. Ideal für eine reine Info-Seite ohne Schnickschnack.
Carrd ist auf schöne Einseiten spezialisiert – perfekt für die „Wir sind Clan X, hier ist unser Discord“-Landingpage. Der Gratis-Tarif erlaubt mehrere Seiten mit einem kleinen „Made with Carrd“-Hinweis; die Pro-Version für den eigenen Domainnamen kostet nur wenige Euro im Jahr.
WordPress.com vs. selbst gehostetes WordPress
Verwechseln Sie die beiden nicht. WordPress.com (der Hosting-Dienst) hat einen Gratis-Tarif mit Subdomain, eingeblendeter Werbung und ganz ohne Plugin-Unterstützung – Erweiterungen gibt es erst ab dem kostenpflichtigen Personal-Tarif. Für einen Clan-Blog mit Kalender oder Forum ist die Gratis-Stufe damit schnell zu eng. WordPress.org (die Software) ist frei, braucht aber Hosting und eine Domain, kostet also real ein paar Euro im Monat. Dafür bekommen Sie ein vollwertiges CMS mit Plugins für Kalender, Foren und Mitgliederbereiche. Wenn Sie ohnehin Richtung eigene Domain gehen, ist das der flexibelste Weg – Details dazu in unserem Beitrag eigene Website kostenlos erstellen ohne Anmeldung.
Statisch und gratis für Technikaffine
Wer HTML nicht scheut, hostet die Seite kostenlos und werbefrei auf GitHub Pages, Cloudflare Pages oder Netlify. In Kombination mit einem Static-Site-Generator wie Hugo, Jekyll oder Astro entsteht eine blitzschnelle Seite, die dauerhaft nichts kostet, HTTPS mitbringt und eine eigene Domain unterstützt. Der Einstieg ist steiler, das Ergebnis aber professionell und komplett in Ihrer Hand.
Diese Funktionen braucht eine Clan-Website wirklich
Sparen Sie sich Gästebuch und blinkende Banner. Was zählt, ist:
- Bewerbungsformular: ein kurzes Formular für Neuzugänge (Ingame-Name, Spielzeiten, Erfahrung). Vermeiden Sie es, private Kontaktdaten offen zu sammeln – dazu unten mehr zur DSGVO.
- Kader/Roster: eine übersichtliche Mitgliederliste mit Rolle und Main-Charakter.
- Event- und Raid-Kalender: damit alle Scrims, Trainings und Turniere kennen. Bei WordPress leisten das Kalender-Plugins, bei Baukästen eingebettete Google-Kalender.
- News/Ankündigungen: kurze Beiträge zu Ergebnissen und Roster-Änderungen halten die Seite lebendig und liefern Google frische Inhalte.
- Discord-Widget: binden Sie Ihren Server direkt ein. Aktivieren Sie unter Servereinstellungen → Widget die Funktion und betten Sie ihn per iFrame ein. So sehen Besucher live, wer gerade online ist.
Wenn Sie einen Game-Server betreiben, lohnt sich zusätzlich ein direkter Beitritts-Button. Wie Sie einen solchen Join-Link bauen, steht in Minecraft-Server auf Website verlinken.
Schritt für Schritt zur Live-Seite
- Ziel festlegen: Reine Landingpage oder pflegbares CMS mit Blog und Kalender? Danach richtet sich die Plattformwahl.
- Plattform anlegen: Konto erstellen, werbefreie Option bevorzugen (Google Sites, Carrd Pro, selbst gehostet).
- Vorlage wählen: eine responsive, dunkle Gaming-Vorlage – Mobilgeräte machen oft über die Hälfte der Besucher aus.
- Kerninhalte anlegen: Über uns, Kader, Bewerbung, Discord-Widget, Kontakt.
- Rechtstexte einbauen: Impressum und Datenschutzerklärung vor dem Livegang (siehe nächster Abschnitt).
- Domain verbinden: eine kurze, merkbare Adresse statt Anbieter-Subdomain.
Domain und Branding: Weg von der Gratis-Subdomain
clanname.wixsite.com wirkt unseriös und lässt sich schlecht bewerben. Eine eigene Domain – ob .de, .gg oder .eu – kostet je nach Endung nur rund 10 bis 20 Euro im Jahr und ist die wohl lohnendste Kleininvestition für Ihren Clan. Sie stärkt die Marke, ist leichter zu merken und verbessert die Auffindbarkeit bei Google.
DSGVO und Impressum: die echten Stolperfallen
Sobald Ihre Seite öffentlich ist und über den rein privaten Rahmen hinausgeht – etwa mit Werbung, Spendenaufrufen oder aktiver Mitgliederwerbung – greift in Deutschland die Impressumspflicht nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), das seit Mai 2024 das alte Telemediengesetz ersetzt. Ohne Impressum drohen Abmahnungen.
Zwei weitere Klassiker:
- Google Fonts: Viele Baukästen laden Schriften direkt von Google-Servern nach und übertragen dabei die IP-Adresse der Besucher in die USA. Das LG München I sprach dafür 2022 100 Euro Schadensersatz zu (Az. 3 O 17493/20, Urteil vom 20.01.2022) – wegen Verlusts der Kontrolle über personenbezogene Daten ohne Einwilligung. Lösung: Schriften lokal einbinden – bei selbst gehosteten Seiten problemlos, bei geschlossenen Baukästen oft nicht möglich.
- Eingebettete Inhalte: Discord-Widget, YouTube- oder Twitch-Embeds setzen Cookies und übertragen Daten an Dritte. Dafür brauchen Sie einen Cookie-Consent-Banner und eine Datenschutzerklärung. Erstellen Sie Letztere mit einem seriösen Generator (z. B. von e-Recht24) und passen Sie sie an Ihre eingesetzten Dienste an.
Sammeln Sie im Bewerbungsformular außerdem nur, was Sie wirklich brauchen (Datenminimierung), und speichern Sie keine offenen Klarnamen-Listen auf einer öffentlich einsehbaren Seite.
FAQ
Ist eine Clan-Website wirklich kostenlos oder gibt es versteckte Kosten? Rein kostenlos geht mit Google Sites, GitHub/Cloudflare Pages oder dem Carrd-Gratistarif. „Versteckte“ Kosten entstehen, sobald Sie Werbung entfernen, eine eigene Domain oder mehr Speicher wollen – meist zwischen 10 und 60 Euro im Jahr. Eine Domain sollten Sie einplanen, den Rest nicht zwingend.
Brauche ich zusätzlich zur Website noch einen Discord-Server? In der Praxis ja. Die Website ist die öffentliche Anlaufstelle und Recruiting-Seite, der Discord die tägliche Kommunikation. Beides ergänzt sich – die Website verlinkt oder bettet den Discord ein.
Welche Plattform ist für Anfänger am schnellsten startklar? Google Sites: kein Setup, keine Werbung, in einer halben Stunde online. Wer eine hübsche Einseiten-Visitenkarte will, nimmt Carrd. Ein vollwertiges CMS mit Blog und Kalender lohnt erst, wenn Sie die Seite regelmäßig pflegen wollen.
Verwandt: Clan-Website gratis erstellen.